Kasse & Digitales

Bestellsysteme in der Gastronomie: Handheld und QR-Code

Handheld am Tisch, Bestellung per QR-Code, Zusammenspiel mit Kasse und Terminal: was diese Systeme wirklich bringen und wo sie im Service an Grenzen stoßen.

BAGGINS BOOK BAZAAR ROCHESTER KENT. CC0, über flickr.

Bestellsysteme sollen den Weg zwischen Tisch, Küche und Kasse verkürzen. Zwei Wege sind verbreitet: Der Service bestellt mit einem Handgerät am Tisch, oder der Gast bestellt selbst über einen Code am Tisch. Beide verändern den Ablauf im Haus stärker als die Kasse selbst.

Der Gewinn liegt nicht in der Technik, sondern in eingesparten Wegen. Ob er eintritt, entscheidet sich an der Vorbereitung.

Handheld: die Bestellung entsteht am Tisch

Mit einem Handgerät wird die Bestellung dort aufgenommen, wo sie entsteht. Der Bon läuft sofort in Küche und Theke, der Weg zum Kassenplatz entfällt, und die Rückfrage entfällt auch, weil nichts abgeschrieben wird.

Voraussetzung ist eine stabile Verbindung im ganzen Haus, einschließlich Terrasse, Nebenraum und Keller. Ein Funkloch am hintersten Tisch heißt nicht, dass es dort langsamer geht, sondern dass die Bestellung dort gar nicht ankommt. Miss das aus, bevor du Geräte kaufst.

Der Artikelstamm entscheidet über das Tempo

Ein Handgerät ist nur so schnell wie der Weg zum Artikel. Wer die vollständige Karte in eine lange Liste kippt, macht die Bestellung langsamer als den Block. Sinnvoll sind kurze Wege: Favoriten der laufenden Schicht vorn, Varianten und Beilagen als Rückfrage direkt am Artikel, Zusätze wie ohne Zwiebeln als hinterlegte Auswahl statt als Freitext.

Gangfolge und Sitzplatz gehören ebenfalls sauber gepflegt. Sie sind der Grund, warum der Service später nicht fragen muss, wer den Fisch bestellt hat.

Bestellung per Code: passend, aber nicht überall

Bei der Bestellung über einen Code am Tisch übernimmt der Gast die Eingabe. Das trägt dort, wo viele Gäste gleichzeitig kommen und wenig Beratung erwartet wird: Biergarten, Veranstaltung, hohe Frequenz bei kleiner Karte. Im klassischen Restaurantbetrieb kostet es das, was den Umsatz trägt, nämlich Empfehlung und Zusatzverkauf.

Rechne außerdem mit weniger Trinkgeld, mit Gästen, die keine Karte scannen wollen oder können, und mit Rückfragen, die trotzdem am Tisch beantwortet werden müssen. Die digitale Karte, die dahinterliegt, braucht dieselben Pflichtangaben wie die gedruckte, etwa zu Allergenen, Zusatzstoffen und Preisen, und sie sollte auf einem kleinen Bildschirm lesbar sein.

Der Bruch liegt beim Bezahlen

Bestellen und Bezahlen sind zwei Vorgänge. Bei der Bestellung über einen Code entscheidest du, ob der Gast sofort zahlt oder ob die Bestellung auf den Tisch läuft und am Ende abgerechnet wird. Vorkasse senkt den Ausfall und passt zu Veranstaltungen, sie passt schlecht zu einem Abend mit mehreren Runden.

Für die Abrechnung am Tisch zählt das Zusammenspiel mit dem Kartenterminal. Übergibt die Kasse dem Terminal den Betrag, entfallen Tippfehler, und Trinkgeld sowie geteilte Rechnungen landen dort, wo sie hingehören. Bei mobilem Kassieren gehört das Terminal deshalb zum Handgerät dazu, nicht an den Tresen.

Wenn die Verbindung wegbricht

Klär vor der Einführung, was passiert, wenn das Netz ausfällt. Speichert das Handgerät die Bestellung und sendet sie nach, oder ist sie verloren? Kommt der Küchenbon dann noch? Wer die Antwort erst im Betrieb erfährt, erlebt sie an einem vollen Samstag.

Ein Bonblock und eine abgesprochene Rückfallebene gehören auch dann ins Haus, wenn alles digital läuft.

Was es dem Betrieb bringt

Realistisch sind kürzere Wege, weniger Übertragungsfehler und schnellere Bons in der Küche. Realistisch sind auch Kosten je Gerät, Schulungszeit und eine Karte, die zweimal gepflegt werden will, wenn Print und System auseinanderlaufen.

Führe deshalb in einem Bereich ein, nicht im ganzen Haus, und vergleiche nach ein paar Wochen die Zahlen, die du vorher schon hattest: Gäste je Schicht, Durchschnittsbon, Zeit bis zum ersten Getränk. Wenn sich dort nichts bewegt, liegt es fast nie am Gerät, sondern an der Einrichtung.

Wo wir aufhören

Welche Pflichtangaben eine Speisekarte tragen muss, was zu Allergenen, Zusatzstoffen und Preisen anzugeben ist und wie Bestellung und Zahlung aufzuzeichnen sind, hängt von deinem Betrieb und der geltenden Rechtslage ab. Die Angaben auf der Karte gehören in deine Rechtsberatung, die Aufzeichnung der Umsätze in deine Steuerberatung. Wir beschreiben hier den Ablauf im Haus.

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