Grundlagen & Technik

Chip und PIN, Magnetstreifen, Unterschrift: die drei Wege erklärt

Warum der Chip sicherer ist als der Streifen, wann noch unterschrieben wird und was das für die Haftung bedeutet.

Visa cards close up, location. CC0, über rawpixel.

Eine Karte kann auf mehreren Wegen gelesen werden, und diese Wege sind nicht gleichwertig. Für Betriebe ist das mehr als eine technische Fußnote, denn daran hängt unter anderem, wer bei einem Missbrauch das Risiko trägt.

Chip und PIN: der Normalfall

Der Chip auf der Karte ist ein kleiner Computer. Er rechnet bei jeder Zahlung einen Code aus, der genau einmal gültig ist. Selbst wenn jemand die Daten dieser einen Zahlung abfängt, lässt sich damit keine zweite auslösen. Zusammen mit der PIN ergibt das die sicherste der gängigen Varianten.

Aus Sicht des Betriebs ist das die entspannteste Situation. Die Zahlung ist stark abgesichert, und bei einer Zahlungsgarantie im Vertrag steht der Betrag verlässlich zur Verfügung.

Kontaktlos: der Chip ohne Steckplatz

Kontaktloses Bezahlen nutzt denselben Chip, nur über Funk statt über Kontakte. Die Sicherheitslogik ist dieselbe. Ob eine PIN abgefragt wird, entscheidet sich anhand des Betrags und der Vorgaben der kartenausgebenden Bank.

Magnetstreifen: das Auslaufmodell

Der Streifen auf der Rückseite trägt statische Daten. Sie ändern sich nicht, und genau das ist das Problem: Wer sie kopiert, kann sie erneut verwenden. Deshalb ist der Magnetstreifen im europäischen Zahlungsverkehr weitgehend verdrängt und wird nach und nach ganz verschwinden.

In der Praxis kommt er heute vor allem noch als Rückfallebene vor, etwa wenn der Chip beschädigt ist, oder bei Karten aus Regionen, in denen er noch verbreitet ist. Wenn ein Terminal auffällig oft auf den Streifen ausweicht, lohnt ein Blick auf den Chipleser: Verschmutzung ist eine häufige und leicht behebbare Ursache.

Unterschrift statt PIN

Das Unterschriftsverfahren gibt es noch, es ist aber die Ausnahme. Der wichtige Punkt für Betriebe: Bei einer Zahlung per Unterschrift ist die Absicherung schwächer, und die Bedingungen unterscheiden sich von der PIN-Zahlung. Wer eine Unterschrift entgegennimmt, sollte sie tatsächlich mit der Karte abgleichen, statt den Beleg ungesehen abzuheften.

Was du im Alltag tun kannst

Drei Dinge, die sich lohnen. Erstens: PIN-Zahlungen bevorzugen, wo die Wahl besteht. Zweitens: Den Chipleser sauber halten, ein Wattestäbchen wirkt Wunder. Drittens: Das Team einweisen, was zu tun ist, wenn eine Karte mehrfach nicht gelesen wird. Meistens hilft es, die Karte langsamer und vollständig einzuführen, statt sie schnell dreimal hintereinander zu versuchen.

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