Grundlagen & Technik

girocard, EC-Karte, Debitkarte: Was ist eigentlich was?

Drei Begriffe für scheinbar dieselbe Karte. Warum die Unterscheidung für deine Gebühren wirklich zählt.

Credit card, Mastercard VISA. Location. CC0, über rawpixel.

Kaum ein Thema sorgt an der Kasse für so viel Begriffsverwirrung. Der Kunde sagt „EC“, auf der Karte steht „girocard“, der Anbieter rechnet nach „Debit“ ab. Gemeint ist oft dasselbe, manchmal aber eben nicht. Und weil sich die Abrechnung genau daran entscheidet, lohnt es sich, die drei Begriffe einmal sauber auseinanderzuhalten.

EC-Karte: der Begriff, den es offiziell nicht mehr gibt

„EC“ stand ursprünglich für Eurocheque, ein Verrechnungsscheck-System, das längst Geschichte ist. Der Name hat überlebt, das System nicht. Wer heute „EC-Karte“ sagt, meint fast immer die girocard. Im Sprachgebrauch ist das völlig in Ordnung, in der Abrechnung taucht der Begriff nicht mehr auf.

girocard: das deutsche System

Die girocard ist das Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft. Sie zieht den Betrag direkt vom Girokonto ein, in der Regel binnen weniger Tage. Für Betriebe ist sie deshalb interessant, weil die Entgelte im Vergleich zu internationalen Kreditkartensystemen typischerweise niedriger liegen. Genau darauf zielt unser gestaffelter Tarif ab.

Debitkarte: die Kategorie, nicht die Marke

Debit heißt schlicht: Der Betrag wird vom Konto abgebucht, statt auf einer Kreditlinie gesammelt zu werden. Die girocard ist eine Debitkarte. Es gibt aber auch Debitkarten von Visa und Mastercard, und die sind der Punkt, an dem es für Betriebe interessant wird.

Solche Karten sehen aus wie Kreditkarten, tragen deren Logo und laufen technisch über deren Netz. Für die Abrechnung zählen sie damit auch als Karte des jeweiligen Systems, nicht als girocard. Viele Direktbanken und Neobanken geben inzwischen ausschließlich solche Karten aus. Wer also den Eindruck hat, der girocard-Anteil sinke, ohne dass sich die Kundschaft geändert hätte: Das ist der Grund.

Was das für deine Kosten bedeutet

Wenn du einen gestaffelten Tarif hast, zahlst du für girocard-Zahlungen weniger als für Kreditkartenzahlungen. Verschiebt sich der Mix in Richtung Visa und Mastercard, steigt deine Durchschnittsgebühr, ohne dass du irgendetwas geändert hast.

Deshalb der praktische Rat: Schau einmal im Jahr auf deine Abrechnung und prüfe, wie sich der Kartenmix entwickelt hat. Bei einem hohen girocard-Anteil bleibt der gestaffelte Tarif attraktiv. Wird das Bild gemischter, kann der All-in-Tarif mit einer einheitlichen Rate die ruhigere Rechnung sein.

Und Maestro?

Maestro war das internationale Debitsystem von Mastercard und wurde ab 2023 für Neuausgaben eingestellt. Die Karten wandern nach und nach aus dem Umlauf. Ersetzt werden sie meist durch Mastercard-Debitkarten, die technisch über das reguläre Mastercard-Netz laufen. Auch das verschiebt den Kartenmix.

Kurz gefasst: EC ist ein alter Name, girocard ist das deutsche System, Debit ist die Kategorie. Wer weiß, welche Karten bei ihm tatsächlich über den Tisch gehen, kann seinen Tarif sinnvoll wählen. Alles andere ist Raten.

Nach Kartenart

0,79 % + 5 ct

girocard. Kreditkarte 1,79 % + 5 ct. Passt zu Betrieben mit hohem girocard-Anteil.

All-in

1,29 % pro Zahlung

Eine Rate für alle Karten, ohne zusätzlichen Centbetrag. Für die meisten Betriebe die einfachere Rechnung.

Individuell

ab 250.000 € Jahresumsatz

Die Rate wird umsatzabhängig persönlich festgelegt. Dafür gibt es keine veröffentlichte Zahl.

Die beiden veröffentlichten Tarife gelten unter 250.000 € Jahreskartenumsatz. Bei aktiver Nutzung fällt keine separate Terminalmiete an. Alle Preise netto zzgl. USt.

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