Kosten & Abrechnung

Woraus sich die Gebühr für eine Kartenzahlung zusammensetzt

Interchange, Systementgelt, Marge: Was hinter dem Prozentsatz steckt und warum kein Anbieter beliebig billig sein kann.

Work Papers. CC0, über stocksnap.

Auf deiner Abrechnung steht ein Prozentsatz. Dahinter stecken drei getrennte Bestandteile, von denen nur einer verhandelbar ist. Wer das weiß, kann Angebote besser einschätzen und erkennt schneller, wenn eine Zahl zu schön aussieht.

Erstens: Interchange

Das ist der Anteil, der an die Bank der Kundschaft geht, also an diejenige, die die Karte ausgegeben hat. Für Verbraucherkarten innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums ist dieser Anteil gesetzlich gedeckelt: bei Debitkarten auf 0,2 Prozent, bei Kreditkarten auf 0,3 Prozent des Umsatzes.

Diese Deckelung gilt für alle. Kein Anbieter kann sie unterschreiten, weil das Geld nicht bei ihm bleibt. Für Firmenkarten und für Karten aus Ländern außerhalb des EWR gilt die Deckelung nicht, dort liegen die Sätze in der Regel deutlich höher.

Zweitens: das Entgelt des Kartensystems

Visa, Mastercard und die girocard betreiben die Netze, über die die Zahlung läuft. Dafür berechnen sie Entgelte. Sie sind kleiner als der Interchange, aber vielfältiger: Es gibt Entgelte pro Transaktion, pro Umsatz und für einzelne Zusatzleistungen.

Auch dieser Teil ist für den Anbieter ein Durchlaufposten. Er kann ihn nicht wegverhandeln.

Drittens: die Marge

Was übrig bleibt, ist der Anteil des Zahlungsdienstleisters und des Netzbetreibers. Davon werden Abwicklung, Technik, Support, Geräte und Betreuung bezahlt. Das ist der einzige Teil, der sich zwischen Anbietern wirklich unterscheidet.

Was daraus folgt

Wenn ein Angebot deutlich unter dem liegt, was die ersten beiden Bestandteile zusammen kosten, stimmt etwas nicht. Meistens ist die beworbene Zahl dann eine Bestmarke für einen Sonderfall, etwa nur für inländische girocard-Zahlungen, während alles andere separat und teurer abgerechnet wird.

Deshalb ist die Frage nach dem niedrigsten Prozentsatz die falsche. Die richtige lautet: Was zahle ich, gerechnet auf meinen tatsächlichen Umsatz und meinen tatsächlichen Kartenmix.

Unsere Struktur

Wir veröffentlichen zwei Tarife und eine dritte Variante für höhere Umsätze. Der gestaffelte Tarif spiegelt die unterschiedlichen Kosten von girocard und Kreditkarte wider. Der All-in-Tarif fasst alles zu einer Rate zusammen, dafür ohne zusätzlichen Centbetrag pro Zahlung.

Bei aktiver Nutzung fällt keine separate Terminalmiete an; die Kosten sind über die Transaktionskonditionen abgedeckt.

Nach Kartenart

0,79 % + 5 ct

girocard. Kreditkarte 1,79 % + 5 ct. Passt zu Betrieben mit hohem girocard-Anteil.

All-in

1,29 % pro Zahlung

Eine Rate für alle Karten, ohne zusätzlichen Centbetrag. Für die meisten Betriebe die einfachere Rechnung.

Individuell

ab 250.000 € Jahresumsatz

Die Rate wird umsatzabhängig persönlich festgelegt. Dafür gibt es keine veröffentlichte Zahl.

Die beiden veröffentlichten Tarife gelten unter 250.000 € Jahreskartenumsatz. Bei aktiver Nutzung fällt keine separate Terminalmiete an. Alle Preise netto zzgl. USt.

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