Das übliche Bild bei kleinen Betrieben: mehrere Profile, alle in derselben Woche angelegt, der letzte Beitrag liegt lange zurück, und im Nachrichtenpostfach warten unbeantwortete Anfragen. Das ist schlechter als gar kein Profil, weil ein verwaister Kanal wie ein geschlossener Betrieb wirkt.
Die brauchbare Antwort ist nicht mehr Aufwand, sondern weniger Fläche. Ein Kanal, der lebt, schlägt mehrere, die man mitschleppt.
Erst der Zweck, dann der Kanal
Es gibt für kleine Betriebe im Wesentlichen drei Gründe, überhaupt zu posten. Erstens Erreichbarkeit und Aktuelles: geänderte Zeiten, Tagesangebot, Baustelle vor der Tür. Zweitens der Nachweis der eigenen Arbeit, was besonders im Handwerk und in gestaltenden Berufen zieht. Drittens Personal: viele Bewerbungen entstehen heute, weil jemand gesehen hat, wie es bei euch zugeht.
Ohne festgelegten Zweck entsteht kein Rhythmus, weil bei jedem Beitrag neu überlegt wird, was man denn zeigen soll. Mit Zweck wird die Frage einfach: Passt das zu dem, wofür der Kanal da ist.
Ein Kanal, der zu deiner Kundschaft passt
Wähl nicht das Netzwerk, über das am meisten geredet wird, sondern das, in dem deine Kundschaft ohnehin unterwegs ist. Am schnellsten findest du das heraus, indem du im Betrieb fragst. In manchen Orten laufen die entscheidenden Empfehlungen über regionale Gruppen, an anderen Stellen über Bilder und kurze Videos.
Ein Kanal, in dem dich niemand aus deinem Einzugsgebiet sucht, ist ein Hobby. Das darf man haben, es sollte nur nicht die Zeit fressen, die dem gefundenen Kanal fehlt.
Der Rhythmus, den du auch im Stress hältst
Setz den Takt so niedrig an, dass er in der vollsten Woche des Jahres noch funktioniert. Verlässlich und selten schlägt intensiv und abgebrochen. Dazu gehören ein fester Zeitpunkt, eine zuständige Person und ein Vorrat.
Der Vorrat ist der eigentliche Trick: Fotografier während der Arbeit, nicht in einer eigens angesetzten Fotositzung. Der fertige Auftrag, die neue Ware beim Auspacken, die Vorbereitung am Morgen. Wer nebenbei sammelt, hat immer etwas im Vorrat. Wer erst beim Posten nach einem Motiv sucht, schiebt es auf.
Was Kundschaft bringt und was nur Likes
Wirkung haben die banalen Dinge: geänderte Öffnungszeiten, kurzfristig freie Termine, das Gericht des Tages, die neue Leistung, die noch niemand kennt, eine ehrliche Antwort auf eine häufige Frage. Reichweite ohne Bezug zum Einzugsgebiet ist für einen Ladenbetrieb wertlos.
Die größte Stolperstelle ist das Nachrichtenpostfach. Wer einen Kanal öffnet, hat einen Kommunikationsweg eröffnet, und Menschen erwarten dort eine Antwort wie am Telefon. Nimm das Postfach in denselben Ablauf wie Anrufe und Mails, oder schalte die Nachrichtenfunktion ab und schreib in das Profil, worüber du erreichbar bist.
Was du dir sparen kannst
Gekaufte Folgende bringen niemanden in den Laden und beschädigen die Ausspielung an echte Menschen. Tägliche Beiträge um des Takts willen kosten mehr, als sie einbringen. Und das automatische Weiterreichen desselben Beitrags in jedes Netzwerk erzeugt abgeschnittene Bilder und Texte, die auf jeder zweiten Plattform falsch aussehen.
Der Kanal gehört dir nicht
Reichweite kann über Nacht wegbrechen, Konten können gesperrt werden, und die Regeln ändert nicht du. Deshalb gehört neben jeden sozialen Kanal ein eigener Weg zur Kundschaft: die eigene Website und ein Verteiler, den du selbst führst.
Praktisch heißt das außerdem: Die Zugangsdaten liegen im Betrieb und nicht nur auf dem privaten Telefon einer Person, und beim Ausscheiden werden sie geändert.
Wo wir aufhören
Auch ein geschäftliches Profil braucht ein Impressum und einen Hinweis auf den Datenschutz. Bei Musik in Videos, bei fremden Bildern und beim Zeigen von Personen greifen Urheber und Persönlichkeitsrechte. Das sind rechtliche Fragen und gehören zu deiner Rechtsberatung.
