Zahlungsverkehr erklärt

Wer trägt das Risiko bei welcher Zahlart

Bargeld, Karte, Rechnung, Lastschrift: wer bei welcher Zahlart auf dem Schaden sitzen bleibt und warum eine Freigabe noch keine Garantie ist.

Charts Graphs. CC0, über stocksnap.

Jede Zahlart verteilt Risiko anders. Das ist kein Randthema, sondern der eigentliche Grund, warum die eine Zahlart etwas kostet und die andere scheinbar nicht. Wer das Risiko trägt, lässt sich dafür bezahlen, und wer es selbst behält, zahlt eben im Schadensfall.

Für eine saubere Entscheidung hilft es, die Risiken zu trennen und dann Zahlart für Zahlart durchzugehen.

Risiken, die man auseinanderhalten muss

Das Ausfallrisiko heißt: Die Leistung ist erbracht, das Geld kommt nicht. Das Missbrauchsrisiko heißt: Es hat jemand gezahlt, der dazu nicht berechtigt war, und der Betrag wird zurückgeholt. Das Handhabungsrisiko heißt: Beim Zählen, Verwahren und Transportieren geht etwas verloren oder wird gestohlen.

Diese drei treten selten gemeinsam auf. Genau deshalb ist die Frage nach der sichersten Zahlart falsch gestellt. Richtig ist die Frage, welches Risiko du in deinem Betrieb am wenigsten tragen kannst.

Bargeld ist sofort da und trotzdem nicht risikofrei

Bargeld hat kein Ausfallrisiko. Es ist im Moment des Verkaufs da, und niemand kann es widerrufen. Das ist der große Vorteil, und er wird oft mit Sicherheit verwechselt.

Dafür trägst du alles andere selbst: Falschgeld, Zählfehler, Differenzen in der Kasse, Diebstahl, Wechselgeld, das gebunden ist, und den Weg zur Bank. Nichts davon taucht in einer Preisliste auf, alles davon kostet Zeit oder Geld. Wer Bargeld mit null bewertet, vergleicht nicht ehrlich.

Karte mit Geheimzahl: warum die Freigabe noch keine Garantie ist

Bei einer Kartenzahlung mit Onlinefreigabe wird geprüft, ob die Karte gültig und der Betrag gedeckt ist. Das nimmt dir das Ausfallrisiko im engeren Sinn ab. Es nimmt dir aber nicht das Missbrauchsrisiko: Eine Zahlung kann später bestritten werden, und dann geht es darum, wie sie zustande kam.

Deshalb ist die Eingabe der Geheimzahl mehr als eine Formalie. Sie verschiebt die Beweislage zu deinen Gunsten. Bei einer Unterschrift oder bei einem Verfahren ohne Onlinefreigabe bleibt deutlich mehr bei dir hängen.

Aufpassen musst du, wenn eine Karte nur zum Auslesen der Kontodaten genutzt wird und die Kundschaft anschließend unterschreibt. Das ist technisch keine garantierte Kartenzahlung, sondern eine Lastschrift, auch wenn es am Tresen genauso aussieht.

Rechnung und Lastschrift: das Risiko bleibt bei dir

Beim Kauf auf Rechnung trägst du das Ausfallrisiko vollständig. Dafür bekommst du keinen Abzug, aber auch keine Sicherheit. Bei der Lastschrift kommt hinzu, dass vorher niemand die Deckung prüft und die zahlende Person bei der gebräuchlichen Variante für Verbraucher der Belastung innerhalb einer Frist widersprechen kann. Die Länge dieser Frist steht in den Bedingungen deiner Bank.

Beides ist trotzdem sinnvoll, wenn du deine Kundschaft kennst oder wenn Rechnungskauf in deiner Branche erwartet wird. Nur solltest du es als bewusste Entscheidung treffen und nicht, weil es sich so eingebürgert hat.

Wer das Risiko übernimmt, lässt sich bezahlen

Dienstleister, die den Rechnungs- oder Ratenkauf abwickeln, übernehmen den Ausfall gegen ein Entgelt. Du bekommst dein Geld unabhängig davon, ob die Kundschaft zahlt. Das ist ein Tausch: Sicherheit gegen Marge.

Derselbe Gedanke steckt hinter jeder Kartenzahlung. Ein Teil dessen, was du zahlst, ist der Preis dafür, dass Prüfung, Abwicklung und Haftungsregeln vorhanden sind. Wer nur auf den Prozentsatz schaut, vergleicht Preise ohne die Leistung dahinter.

Die Mischung entscheidet

Kein Betrieb kommt mit einer einzigen Zahlart aus. Sinnvoll ist eine Mischung, die zum Bon, zur Kundschaft und zur eigenen Fehlertoleranz passt. Ein Betrieb mit hohen Einzelbeträgen und wenigen Vorgängen wählt anders als einer mit vielen kleinen Zahlungen.

Wo wir aufhören

Wer im Streitfall haftet, hängt vom Vertrag, vom Verfahren und vom Einzelfall ab. Diese Bewertung gehört zur Rechtsberatung, ebenso die Frage, was du in deinen Bedingungen regeln kannst. Wie ein Forderungsausfall steuerlich behandelt wird, gehört zur Steuerberatung. Was wir dir sagen können, ist, wie die einzelnen Verfahren technisch ablaufen und an welcher Stelle die Verantwortung wechselt.

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