Zahlungsverkehr erklärt

Clearing und Settlement: warum das zwei Vorgänge sind

Nach der Freigabe folgen zwei getrennte Schritte: erst werden Daten verrechnet, dann fließt Geld. Wo dabei Zeit vergeht und was dein Tagesabschluss damit zu tun hat.

Creditcard Money. CC0, über stocksnap.

Nach der Freigabe an der Kasse hat noch niemand Geld bewegt. Bis der Betrag auf deinem Konto liegt, laufen zwei Vorgänge ab, die im Sprachgebrauch gern in einen Topf geworfen werden: Clearing und Settlement. Der eine verrechnet Daten, der andere bewegt Geld.

Die Trennung ist kein Selbstzweck. Sie erklärt, warum zwischen Verkauf und Gutschrift Zeit vergeht, warum Wochenenden anders zählen als Werktage und warum ein vergessener Tagesabschluss teuer wird.

Am Anfang steht deine Einreichung

Die autorisierten Zahlungen sammelt zunächst das Terminal. Erst mit dem Tagesabschluss werden sie als Stapel eingereicht. Bei vielen Geräten läuft das automatisch zu einer eingestellten Uhrzeit, bei anderen musst du es auslösen.

Der Zeitpunkt entscheidet über alles Weitere. Wer nach dem Annahmeschluss seines Abwicklers einreicht, landet mit dem gesamten Stapel im nächsten Verarbeitungslauf. Ein Betrieb, der spät schließt, schiebt damit unbemerkt jeden Abend seinen Umsatz in den Folgetag.

Clearing ist Rechnen, nicht Zahlen

Im Clearing tauschen Acquirer und Kartenherausgeber über das Kartensystem die Umsatzdaten aus und stellen fest, wer wem welchen Betrag schuldet. Hier werden auch die Entgelte zugeordnet: das Interchange-Entgelt an die Bank der Kundschaft, die Systementgelte an das Kartensystem, die Marge an den Acquirer.

Am Ende dieses Schritts steht kein Geld, sondern ein Saldo. Genau deshalb kann eine Zahlung in dieser Phase noch scheitern, etwa weil der Datensatz unvollständig ist oder weil der eingereichte Betrag nicht zur Autorisierung passt. Der Bon in der Hand der Kundschaft sagt darüber nichts.

Settlement ist die eigentliche Geldbewegung

Erst im Settlement fließt der verrechnete Saldo zwischen den Instituten. Danach zahlt dein Abwickler an dich aus, entweder brutto mit späterer Abrechnung der Entgelte oder netto nach Abzug. Welche Variante bei dir gilt, steht in deinem Vertrag und bestimmt, wie deine Abrechnung aussieht.

Auch hier lohnt die Rollenverteilung: R&B Pay ist kaufmännischer Netzbetreiber, keine Bank und kein Acquirer. Die Gelder wickelt ein lizenzierter Zahlungsdienstleister ab, von dort kommt die Gutschrift.

Warum du die Trennung im Kontoauszug siehst

Zwischen Einreichung und Gutschrift liegen mehrere Verarbeitungsschritte bei verschiedenen Häusern, und jedes davon arbeitet an Bankarbeitstagen. Ein Umsatz vom Samstagabend durchläuft die Kette nicht langsamer als einer vom Dienstagvormittag, er startet nur später.

Feiertage wirken regional. Sitzt dein Abwickler in einem anderen Land, gelten dessen Feiertage, nicht deine. Das ist einer der häufigsten Gründe für die Frage, warum in dieser Woche eine Gutschrift fehlt, obwohl der Umsatz da war.

Die Stolperstelle: der Stapel, der liegen bleibt

Wird der Tagesabschluss nicht ausgeführt, bleiben die Zahlungen autorisiert, aber nicht eingereicht. Auf dem Bon steht eine erfolgreiche Zahlung, im Clearing taucht sie nie auf, und die Freigabe verfällt nach der Frist des Kartenherausgebers. Auffallen kann das erst auf der nächsten Abrechnung.

Zwei Gewohnheiten verhindern das: den automatischen Abschluss auf eine Uhrzeit legen, zu der der Betrieb sicher geschlossen ist, und die Summe des Abschlusses mit dem Kassenbericht abgleichen. Wer das täglich tut, findet eine Lücke am selben Abend statt Wochen später.

Was das für dich bedeutet

Wenn du wissen willst, wann dein Geld kommt, ist die richtige Frage nicht, wie schnell überwiesen wird, sondern ab welchem Ereignis gezählt wird: ab dem Verkauf, ab der Einreichung oder ab dem Settlement. Und ob nur Bankarbeitstage zählen.

Zwei Angebote mit derselben Aussage zur Auszahlung können deshalb unterschiedlich schnell sein. Der Unterschied steckt im Annahmeschluss und in der Zählweise, nicht in der Werbeaussage.

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