Kosten & Abrechnung

Was Bargeld kostet: der Vergleich, den kaum jemand rechnet

Bargeld wirkt kostenlos, ist es aber nicht. Die Posten, die in der Kalkulation meistens fehlen.

Stack old receipt. CC0, über rawpixel.

„Bargeld kostet nichts“ ist das häufigste Argument gegen Kartenzahlung. Es stimmt nur, solange man die Arbeitszeit nicht mitrechnet, die daran hängt.

Die Posten, die auffallen

Wechselgeld muss beschafft werden. Je nach Bank und Vereinbarung kostet die Einzahlung von Münzgeld oder die Ausgabe von Rollengeld Gebühren, und der Weg zur Bank kostet Zeit.

Bargeldbestände müssen gesichert werden. Kasse, Tresor, Versicherung: nicht dramatisch, aber vorhanden.

Die Posten, die nicht auffallen

Das Zählen. Wer täglich abrechnet, verbringt damit je nach Betrieb zehn bis dreißig Minuten. Auf ein Jahr gerechnet ist das ein spürbarer Block Arbeitszeit, der in keiner Kostenrechnung auftaucht.

Differenzen. Bei Bargeld entstehen sie, und ihre Suche kostet noch einmal Zeit. Bei Kartenzahlung gibt es sie nicht, weil kein Wechselgeld herausgegeben wird.

Der Weg zur Bank. Fahrzeit, Wartezeit, und in kleineren Orten inzwischen oft ein längerer Weg, weil die Filiale vor Ort geschlossen hat. Das ist ein Punkt, der in ländlichen Gemeinden stärker wiegt als in der Stadt.

Die Gegenrechnung

Kartenzahlung kostet einen Prozentsatz pro Umsatz, dafür entfallen Zählzeit, Wechselgeldbeschaffung, Kassendifferenzen und Bankwege in dem Umfang, in dem bargeldlos gezahlt wird. Das Geld ist bei täglicher Auszahlung zeitnah auf dem Konto, ohne dass es jemand hinbringen muss.

Ob unterm Strich mehr oder weniger übrig bleibt, hängt vom Betrieb ab. Bei kleinen Beträgen und hoher Frequenz spricht viel für die Karte, bei wenigen großen Zahlungen ist der Unterschied gering.

Der Punkt, der die Rechnung ohnehin entscheidet

Beide Rechnungen sind akademisch, wenn Kundschaft ohne Bargeld vor der Kasse steht und ohne Kauf wieder geht. Ein einziger verlorener Verkauf pro Tag wiegt in den meisten Betrieben mehr als die Gebühren eines ganzen Monats.

Deshalb ist die praktische Frage nicht, ob Kartenzahlung günstiger ist als Bargeld, sondern ob man es sich leisten kann, sie nicht anzubieten.

Bargeld bleibt trotzdem

Nichts davon spricht dagegen, Bargeld weiter anzunehmen. Die meisten Betriebe fahren zweigleisig, und das ist auch richtig so. Es geht um das Nebeneinander, nicht um die Ablösung.

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