Im Fernabsatz ist das Risiko höher als im Laden, weil niemand die Karte und den Menschen dazu sieht. Die wirksamsten Maßnahmen sind allerdings unspektakulär.
Die starke Authentifizierung nutzen
Die wichtigste Maßnahme kostet nichts, weil sie ohnehin vorgesehen ist: die Bestätigung durch die Bank der Kundschaft. Wurde sie durchgeführt, verschiebt sich die Haftung bei Missbrauch in der Regel weg vom Händler.
Deshalb ist der gelegentliche Wunsch, diesen Schritt zu umgehen, um den Bestellvorgang zu verkürzen, ein schlechter Handel.
Auf die Auffälligkeiten achten
Typische Muster, die einen zweiten Blick verdienen: Lieferadresse weicht stark von der Rechnungsadresse ab, ungewöhnlich große Bestellung von einem Neukunden, mehrere fehlgeschlagene Zahlungsversuche kurz hintereinander, Bestellung mitten in der Nacht mit Expressversand.
Keines dieser Merkmale ist für sich ein Beweis. Mehrere zusammen rechtfertigen eine kurze Rückfrage.
Die Rückfrage
Ein Anruf oder eine E-Mail an die hinterlegte Adresse klärt die meisten Fälle. Wer echt bestellt hat, antwortet. Wer nicht, meldet sich nicht.
Das ist deutlich wirksamer als jede automatische Regel und ärgert ehrliche Kundschaft weniger als eine grundlose Stornierung.
Dokumentation
Bei einem Widerspruch zählt, was du belegen kannst: Bestellung, Zahlungsnachweis, Versandbeleg, Zustellnachweis, Kommunikation. Wer diese Kette hat, ist in einer guten Position.
Bei hochpreisiger Ware lohnt sich eine Zustellung mit Empfangsbestätigung. Der Aufpreis ist geringer als ein einziger verlorener Fall.
Was nicht hilft
Übertriebene Hürden. Wer für jede Bestellung eine Ausweiskopie verlangt, verliert mehr ehrliche Kundschaft, als er Betrüger abhält. Und die Ausweiskopie ist selbst ein Datenschutzthema.
Der Grundsatz
Betrugsprävention ist eine Abwägung, keine Maximierung. Das Ziel ist nicht null Schaden, sondern ein Schadenniveau, das günstiger ist als die Maßnahmen dagegen.
