Zahlungsverkehr erklärt

Valuta und Wertstellung: gebucht ist nicht verfügbar

Buchungstag, Wertstellung und Verfügbarkeit stehen im Kontoauszug nebeneinander und meinen nicht dasselbe. Was der Unterschied für deine Planung bedeutet.

Stockmarket Charts. CC0, über stocksnap.

Auf dem Kontoauszug stehen zwei Datumsangaben nebeneinander, und die meisten Betriebe lesen nur eine davon. Buchungstag und Wertstellung sind aber nicht dasselbe, und keines von beiden sagt sicher, ab wann du über das Geld verfügen kannst.

Bei Kartenumsätzen kommt eine dritte Größe dazu: der Zeitpunkt, zu dem dein Abwickler die Auszahlung anstößt. Wer die drei auseinanderhält, plant deutlich ruhiger.

Buchungstag und Wertstellung

Der Buchungstag ist der Tag, an dem die Bank den Vorgang in dein Konto einträgt. Die Wertstellung, auch Valuta genannt, ist der Tag, ab dem der Betrag für die Zinsrechnung zählt. Beide können auseinanderfallen, und zwar in beide Richtungen.

Für ein Konto ohne Guthabenzins und ohne genutzten Dispositionskredit ist der Unterschied wirtschaftlich klein. Sobald aber ein Kontokorrentkredit läuft, wird er spürbar, denn dann bestimmt die Valuta, für welche Tage Zinsen anfallen.

Verfügbarkeit ist noch einmal etwas anderes

Gebucht heißt nicht immer verfügbar. Banken können eingehende Beträge unter Vorbehalt gutschreiben. Umgekehrt kann ein reservierter Kartenbetrag deinen verfügbaren Rahmen mindern, ohne dass er überhaupt schon gebucht wäre. Der verfügbare Saldo ist deshalb die Zahl, auf die es im Alltag ankommt.

Im Onlinebanking stehen beide Werte meist untereinander. Weichen sie voneinander ab, steckt fast immer eine Kartenreservierung, eine vorgemerkte Lastschrift oder eine terminierte Überweisung dahinter. Ein Blick in die Liste der Vormerkungen erklärt die Differenz sofort und erspart den Anruf bei der Bank.

Für eingehende Zahlungen auf ein Zahlungskonto macht das Zahlungsdiensterecht Vorgaben dazu, wie spät die Wertstellung liegen darf. Ob dein Fall darunter fällt und was dein Kontovertrag im Einzelnen regelt, klärst du am besten direkt mit deiner Bank.

Bei Kartenumsätzen zählt die Einreichung

Die Kette beginnt nicht mit dem Verkauf, sondern mit dem Tagesabschluss. Erst danach laufen Verrechnung und Auszahlung an, und die dazwischenliegenden Schritte finden an Bankarbeitstagen statt.

Deshalb sagt die Aussage, das Geld komme am nächsten Tag, wenig, solange nicht klar ist, ab welchem Ereignis gezählt wird und welche Tage mitzählen. Frag im Zweifel nach dem Annahmeschluss und danach, ob Wochenenden und Feiertage in der Zählung enthalten sind.

Dazu kommt der Rückweg. Rückbelastungen und Erstattungen werden mit den laufenden Umsätzen verrechnet, sie erscheinen also nicht als eigene Abbuchung, sondern mindern eine spätere Gutschrift. Wer nur auf den Kontoeingang schaut, sieht am Ende eine Summe und nicht die zwei Bewegungen, aus denen sie entstanden ist.

Die Gutschrift ist nicht dein Tagesumsatz

Auf dem Konto erscheint in der Regel eine Sammelgutschrift, nicht jeder einzelne Beleg. In ihr können mehrere Tage stecken, und sie kann bereits um Entgelte oder um Rückbelastungen gekürzt sein.

Wer den Kontoeingang mit dem Kassenbericht vergleicht, vergleicht deshalb zwei verschiedene Dinge und findet einen Fehlbetrag, den es gar nicht gibt. Der belastbare Abgleich läuft über die Abrechnung deines Abwicklers, nicht über den Kontoauszug allein.

Was das für die Liquiditätsplanung heißt

Miete, Löhne und Lieferantenrechnungen haben feste Termine. Kartenumsätze haben einen Rhythmus, der von Annahmeschluss, Bankarbeitstagen und dem vereinbarten Auszahlungsintervall abhängt. Plane deshalb mit dem Gutschriftsdatum, nicht mit dem Verkaufsdatum.

Besonders auffällig wird das um lange Wochenenden und um den Jahreswechsel. Ein Betrieb mit starkem Wochenendgeschäft macht seinen größten Umsatz regelmäßig genau dann, wenn die Verarbeitung ruht. Wer davon nichts weiß, hält die Ruhe für eine Störung.

Wo wir aufhören

Welcher Tag für deine Gewinnermittlung maßgeblich ist, ist eine steuerliche Frage. Sie hängt davon ab, ob du eine Einnahmenüberschussrechnung erstellst oder bilanzierst, und gehört zu deiner Steuerberatung. Fragen zur Wertstellung auf deinem Konto beantwortet deine Bank. Wir erklären den Weg des Geldes, wir bewerten ihn nicht.

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