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Imkerei: ein Sortiment, viele Verkaufswege

Hoftor, Wochenmarkt und Weihnachtsstand verkaufen dasselbe Glas Honig. Wie du die Wege in einer Abrechnung zusammenhältst und wann Kartenzahlung sich lohnt.

Free bread loaf bakery's display. CC0, über rawpixel.

Die Imkerei verkauft ein kleines Sortiment über viele Wege. Dasselbe Glas Honig geht über das Hoftor, über den Wochenmarkt, über den Weihnachtsstand, über den Laden im Nachbarort und über Bekannte, die zwei Gläser mitnehmen. Der Verkauf ist einfach, die Übersicht darüber ist es nicht.

Wer das nebenbei betreibt, unterschätzt meist nicht den Aufwand am Verkaufsort, sondern den Aufwand danach: sortieren, zuordnen, aufschreiben.

Ein Sortiment, mehrere Kanäle

Die einfachste Verbesserung ist, jeden Verkaufsweg getrennt zu erfassen, statt am Jahresende eine Gesamtsumme zu haben. Erst dann siehst du, welcher Markt sich trägt, welcher Standtag nur Zeit kostet und welcher Wiederverkäufer verlässlich abnimmt.

Bei Kartenzahlung gelingt das fast von selbst, wenn die Abrechnung nach Tag und Gerät ausgewiesen wird. Bei Bargeld gelingt es nur mit Disziplin: getrennte Kassen je Verkaufsort und eine Aufzeichnung am selben Tag, nicht am Wochenende darauf.

Kleine Beträge und die Frage, was eine Zahlung kostet

Ein Glas Honig ist ein kleiner Betrag, und bei kleinen Beträgen entscheidet die Kostenstruktur, nicht der Prozentsatz. Ein fester Centbetrag je Zahlung fällt bei einem kleinen Verkauf stärker ins Gewicht als bei einem großen, ein reines Prozentmodell verhält sich genau andersherum.

Bei uns kannst du deshalb zwischen zwei Modellen wählen: 1,29 Prozent auf alle Karten ohne Centbetrag je Zahlung, oder 0,79 Prozent je girocard-Zahlung und 1,79 Prozent je Kreditkartenzahlung, jeweils zuzüglich 5 Cent je Zahlung. Alle Angaben netto zuzüglich Umsatzsteuer. Bei einem Sortiment aus lauter kleinen Beträgen lohnt sich die Rechnung mit deinem tatsächlichen Durchschnittsbon.

Der Bon wächst, wenn er wachsen darf

Es gibt einen Effekt, den Direktvermarkter regelmäßig beobachten: Wer nicht durch das Bargeld im Portemonnaie begrenzt ist, nimmt das zweite Glas mit. Das ist kein Argument, Bargeld abzuschaffen, aber ein Grund, die Karte nicht erst ab einem selbst gesetzten Mindestbetrag anzubieten.

Ein Mindestbetrag an der Karte kostet dich in der Praxis mehr Umsatz, als er an Entgelt spart, und er ist der häufigste Grund, warum jemand am Stand wieder weggeht.

Die Saison drängt sich zusammen

Nach der Schleuderung und vor Weihnachten passiert der größte Teil des Jahres. In diesen Wochen willst du kein Gerät einrichten, keinen Vertrag klären und keine neue Kasse lernen. Alles, was zur Ausrüstung gehört, gehört in die ruhige Zeit davor: Gerät testen, Bedienung üben, Preise und Artikel hinterlegen, Ersatzakku besorgen.

Nebenerwerb ist kein rechtsfreier Raum

Auch wer klein anfängt, verkauft. Ob dein Betrieb als Land- und Forstwirtschaft oder als Gewerbe einzuordnen ist, ob eine Anmeldung nötig ist und welche Aufzeichnungen du führen musst, hängt am Einzelfall und daran, wie viel du zukaufst. Diese Einordnung entscheidet später über Steuern und Meldepflichten, deshalb gehört sie an den Anfang und nicht in die erste Betriebsprüfung.

Für Lebensmittel kommen eigene Regeln zu Kennzeichnung und Hygiene dazu. Honig ist in dieser Hinsicht ein besonders geregeltes Produkt, und die Vorgaben stehen nicht im Steuerrecht, sondern im Lebensmittelrecht.

Preis und Etikett gehören zusammen

Am Stand steht der Preis oft auf einem Schild, im Regal auf dem Glas, im Automaten auf einem Aufkleber. Sorge dafür, dass alle drei denselben Preis nennen und dass die Preisangabe vollständig ist. Für Fertigpackungen ist neben dem Verkaufspreis in vielen Fällen ein Grundpreis anzugeben. Ändert sich der Preis, änderst du ihn an allen Stellen am selben Tag, sonst diskutierst du beim nächsten Markt darüber.

Wo die Beratung anfängt

Die Einordnung deines Betriebs, die Frage nach Umsatzsteuer und Pauschalierung und die Pflichten aus dem Lebensmittelrecht klärst du mit deiner Steuerberatung und der zuständigen Behörde. Wir sagen dir, wie die Zahlung läuft, was sie kostet und wie du deine Verkaufswege in der Abrechnung auseinanderhältst.

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