An der Fischtheke treffen drei Dinge zusammen, die Technik nicht mag: Wasser, Kälte und Eile. Dazu kommt, dass die Hände, die kassieren sollen, gerade Ware angefasst haben. Das entscheidet über die Wahl des Geräts und über den Platz, an dem es steht, mehr als jede Funktionsliste.
Die gute Nachricht: Fast alle Probleme lassen sich durch Aufstellung und Ablauf lösen, nicht durch teurere Geräte.
Warum die Theke ein harter Einsatzort ist
Schmelzwasser, Spritzer beim Ausnehmen und feuchte Luft setzen jedem Gerät zu, und zwar langsam, nicht auf einen Schlag. Ein Terminal gehört deshalb nicht in den Nassbereich, sondern auf die trockene Seite des Tresens, idealerweise erhöht und mit Abstand zur Eisauslage.
Reinigung ist die zweite Falle. Wischdesinfektion ist im Lebensmittelbereich Alltag, aber nicht jedes Gerät verträgt jedes Mittel. Halte dich an die Angaben des Herstellers zur Reinigung, sonst wird die Tastatur nach ein paar Monaten blind oder das Gehäuse spröde.
Handschuhe ändern die Bedienung
Mit nassen Handschuhen reagiert ein Touchdisplay unzuverlässig, und niemand zieht sie für jede Zahlung aus. Zwei Auswege haben sich bewährt: Der Betrag wird von der Kasse an das Terminal übergeben, sodass am Terminal gar nichts eingegeben werden muss, und die Karte wird von der Kundschaft selbst aufgelegt oder gesteckt.
Damit fasst das Personal das Terminal im Normalfall nicht mehr an. Das ist nicht nur schneller, es ist auch hygienisch die sauberere Lösung, und die Frage nach dem Händewaschen zwischen Ware und Geld stellt sich nicht mehr.
Die Schlange entscheidet über das Tempo
Vor der Theke steht selten eine Person. Was am einzelnen Vorgang eine Sekunde kostet, kostet an einem Samstagvormittag eine Schlange. Deshalb gilt: keine zweite Eingabe des Betrags, kein Suchen nach dem Beleg, kein Umstecken von Kabeln.
Wo mit Waage gearbeitet wird, sollte der Preis von der Waage in die Kasse und von der Kasse in das Terminal wandern. Jede manuelle Übertragung dazwischen ist eine Fehlerquelle, und Fehler an der Fischtheke fallen erst beim Abrechnen auf, wenn niemand mehr weiß, welcher Vorgang gemeint war.
Mobiles Netz auf dem Marktplatz
Am Marktstand hängt alles am Mobilfunk, und ausgerechnet auf belebten Plätzen ist das Netz zu Marktzeiten am schwächsten, weil alle gleichzeitig funken. Prüfe den Empfang an deinem Standplatz zur tatsächlichen Marktzeit, nicht am Vorabend.
Ein zweiter Übertragungsweg hilft: ein Gerät, das auf mehrere Mobilfunknetze zugreifen kann, oder ein eigener Hotspot als Rückfallebene. Und lege vorher fest, was passiert, wenn nichts geht. Diese Entscheidung im Stehen zu treffen, während sechs Leute warten, geht selten gut aus.
Strom, Akku und Kälte
Kälte senkt die Leistung jedes Akkus, und ein Markttag im Winter ist lang. Rechne nicht damit, dass ein Gerät den Tag durchhält, nur weil es das im Laden tut. Ein geladener Ersatzakku oder eine Ladelösung am Stand ist billiger als eine Stunde ohne Kartenzahlung.
Bewahre das Gerät zwischen den Einsätzen trocken und warm auf, nicht im Kühlfahrzeug. Kondenswasser entsteht beim Temperaturwechsel im Gerät, und das sieht man erst, wenn es zu spät ist.
Beleg, Waage und Aufzeichnung
Eine Waage, mit der Preise für den Verkauf ermittelt werden, unterliegt dem Eichrecht und muss geprüft sein. Zu welchen Fristen die Nachprüfung ansteht und welche Kennzeichnung erforderlich ist, sagt dir die zuständige Eichbehörde.
Für die Kasse gelten eigene Aufzeichnungspflichten, unabhängig davon, ob du bar oder mit Karte kassierst. Was in deinem Fall gilt und welche technischen Anforderungen dein System erfüllen muss, gehört mit deiner Steuerberatung geklärt, bevor du ein Gerät anschaffst, nicht danach.
Wo wir aufhören
Eichrecht, Hygienevorgaben und die Aufzeichnungspflichten deiner Kasse sind Sache der zuständigen Behörden und deiner Steuerberatung. Wir können dir sagen, welche Zahlungstechnik an einer nassen Theke und auf einem Marktplatz funktioniert und woran sie in der Praxis scheitert.
