Steuern & Buchhaltung

Körperschaftsteuer: was die GmbH selbst versteuert

Die GmbH versteuert ihren Gewinn selbst. Was das Trennungsprinzip bedeutet, was den Gewinn mindert und warum die Kasse der Gesellschaft nicht deine ist.

Money Coins. CC0, über stocksnap.

Eine GmbH oder AG ist steuerlich eine eigene Person. Sie hat einen eigenen Gewinn, eine eigene Steuernummer und einen eigenen Bescheid. Was sie verdient, versteuert sie selbst, unabhängig davon, ob die Gesellschafter jemals einen Euro davon sehen.

Das ist der Unterschied, an dem sich alles andere aufhängt: Beim Einzelunternehmen versteuert der Inhaber den Gewinn seines Betriebs. Bei der Kapitalgesellschaft versteuert erst die Gesellschaft, und der Gesellschafter erst dann, wenn Geld zu ihm fließt.

Das Trennungsprinzip in der Praxis

Solange der Gewinn in der Gesellschaft bleibt, endet die Besteuerung auf ihrer Ebene. Wird er ausgeschüttet, kommt beim Gesellschafter eine zweite Belastung dazu. Deshalb ist die Kapitalgesellschaft für einbehaltene Gewinne oft günstiger und für vollständig entnommene Gewinne oft nicht.

Praktisch heißt das auch: Das Konto der GmbH ist nicht dein Konto. Eine Privatentnahme, wie sie das Einzelunternehmen kennt, gibt es hier nicht. Geld verlässt die Gesellschaft nur auf geordneten Wegen, als Gehalt, als Entgelt aus einem Vertrag, der dem Fremdvergleich standhält, als beschlossene Ausschüttung oder als Darlehen mit Vertrag.

Was den steuerlichen Gewinn mindert

Bemessungsgrundlage ist das Einkommen der Gesellschaft, das aus dem handelsrechtlichen Ergebnis abgeleitet und steuerlich korrigiert wird. Ein Geschäftsführergehalt, eine Miete an einen Gesellschafter für dessen Halle oder Zinsen auf ein Gesellschafterdarlehen sind Betriebsausgaben und mindern den Gewinn der Gesellschaft.

Voraussetzung ist, dass diese Vereinbarungen so aussehen, wie sie mit einem Dritten aussähen: vorher abgeschlossen, schriftlich, angemessen und tatsächlich durchgeführt. Sonst rechnet die Prüfung den Aufwand wieder hinzu, und aus einer Betriebsausgabe wird eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Ein flacher Satz statt Progression

Anders als bei der Einkommensteuer steigt der Steuersatz nicht mit dem Gewinn. Die Körperschaftsteuer hat einen einheitlichen Satz, dazu kommt der Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer. Der geltende Satz steht im Gesetz und wird politisch immer wieder diskutiert, deshalb nennen wir hier keinen Wert.

Daneben steht die Gewerbesteuer. Die Kapitalgesellschaft bekommt weder den gewerbesteuerlichen Freibetrag noch die Anrechnung auf eine Einkommensteuer. Beide Steuern treffen den Gewinn nebeneinander, und beide sind selbst keine abziehbaren Betriebsausgaben.

Verluste bleiben in der Gesellschaft

Macht die GmbH Verlust, kannst du ihn nicht mit deinem privaten Einkommen oder mit dem Gewinn einer anderen Gesellschaft verrechnen. Er bleibt in der Gesellschaft und wird dort vorgetragen, bis sie wieder Gewinne erzielt.

Die Stolperstelle kommt beim Gesellschafterwechsel. Werden Anteile in nennenswertem Umfang übertragen, können vorhandene Verlustvorträge ganz oder teilweise untergehen. Wer eine Beteiligung verkauft, aufnimmt oder in eine Holding einbringt, sollte das vorher prüfen lassen und nicht danach.

Was jährlich abzugeben ist

Die Gesellschaft gibt eine Körperschaftsteuererklärung und eine Gewerbesteuererklärung ab, dazu den Jahresabschluss in elektronischer Form. Bei ausgeschütteten Gewinnen kommt die Anmeldung der Kapitalertragsteuer hinzu. Auch die Körperschaftsteuer wird über Vorauszahlungen erhoben, die sich am zuletzt festgesetzten Ergebnis orientieren.

Für einen kleinen Betrieb bedeutet das schlicht: Die GmbH verursacht laufenden Aufwand, den das Einzelunternehmen nicht hat. Diesen Aufwand muss die Rechtsform durch ihre Vorteile erst wieder einspielen.

Die häufigste teure Gewohnheit

Die meisten Probleme entstehen nicht bei der Steuerberechnung, sondern im Alltag. Die Tankrechnung des privaten Fahrzeugs läuft über die Firmenkarte, das Firmenauto wird ohne Überlassungsvertrag privat gefahren, die Gesellschaft leiht dem Gesellschafter Geld ohne Vertrag. Jede dieser Gewohnheiten wird in einer Prüfung zu einer Korrektur auf beiden Ebenen, in der Gesellschaft und beim Gesellschafter.

Wo wir aufhören

Welcher Steuersatz gilt, wie dein Ergebnis steuerlich zu korrigieren ist und ob sich die Kapitalgesellschaft in deinem Fall rechnet, ist Sache deiner Steuerberatung. Wir beschreiben das System, wir wählen deine Rechtsform nicht aus.

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