Kontaktlos zahlen heißt: Karte oder Telefon an das Lesefeld halten, kurz warten, fertig. In vielen Fällen ohne PIN. Und dann verlangt das Terminal bei einem kleinen Betrag plötzlich doch eine Eingabe, obwohl derselbe Kunde eben noch ohne durchgekommen ist. Das ist kein Defekt, sondern die Regel, nach der das Verfahren arbeitet.
Wer das einmal verstanden hat, kann es der Kundschaft in einem Satz erklären, statt am Terminal zu rütteln.
Es wirken zwei Grenzen, nicht eine
Die erste Grenze betrifft die einzelne Zahlung. Bis zu einem bestimmten Betrag darf ohne PIN freigegeben werden, darüber verlangt das Verfahren eine Eingabe. Dieser Wert unterscheidet sich je nach Land und Kartensystem, und er wurde in der Vergangenheit mehrfach geändert. Den Betrag, der für deine Terminals gilt, bestätigt dir dein Netzbetreiber.
Die zweite Grenze sorgt im Alltag für die Verwirrung: In der Karte läuft ein Zähler mit, der die aufeinanderfolgenden Zahlungen ohne PIN zusammenrechnet. Ist die Summe erreicht, wird unabhängig vom Betrag eine PIN fällig. Auch die Zahl der Vorgänge kann mitgezählt werden.
Der Zähler sitzt in der Karte, nicht in deinem Terminal
Das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen an der Kasse schiefgehen. Der Zähler gehört zur Karte und wandert mit ihr durch alle Geschäfte. Wenn deine Kundin beim Bäcker, an der Tankstelle und im Drogeriemarkt kontaktlos gezahlt hat, kann bei dir der Zähler volllaufen, obwohl sie bei dir zum ersten Mal an diesem Tag zahlt.
Zurückgesetzt wird er, sobald eine Zahlung mit PIN und Freigabe durch die Bank durchläuft. Danach geht es wieder ohne. Die richtige Ansage an der Kasse lautet deshalb nicht, dass die Karte nicht funktioniert, sondern: Die Karte möchte einmal die PIN sehen, danach ist wieder Ruhe.
Warum das Telefon sich anders verhält
Zahlt jemand mit dem Smartphone oder einer Uhr, wird die Freigabe schon auf dem Gerät erteilt, per Fingerabdruck, Gesicht oder Gerätecode. Das Zahlungsnetz behandelt das als eigenständige Prüfung der Person. Die Betragsgrenze für Zahlungen ohne PIN greift hier in der Regel nicht in derselben Weise.
Genau daher stammt der Eindruck, mit dem Telefon gehe alles einfacher. Es ist nicht weniger geprüft, sondern anders geprüft, und zwar bevor das Gerät überhaupt an dein Lesefeld kommt.
Wenn die Karte gar nicht erst erkannt wird
Nicht jeder Abbruch hat mit Grenzen zu tun. Häufig liegt es am Abstand oder daran, dass mehrere kontaktlose Karten gleichzeitig vor dem Lesefeld liegen. Das Terminal sieht dann zwei Antworten und bricht ab, weil es nicht entscheiden darf, welche gemeint ist.
Die Lösung ist banal und funktioniert fast immer: eine einzelne Karte aus der Hülle nehmen und ruhig auf das Feld legen, statt das ganze Portemonnaie darüber zu schwenken. Auch eine Metallfläche direkt unter dem Terminal kann das Feld stören.
Wer die Werte festlegt
An den Grenzen sind mehrere Stellen beteiligt. Die Kartensysteme setzen den Rahmen je Land, der Kartenherausgeber schreibt die Regeln in den Chip, und die Einstellung deines Terminals bestimmt, was das Gerät daraus macht. Du selbst kannst diese Werte nicht frei wählen, und ein Anbieter, der dir das zusagt, sollte dich stutzig machen.
Beeinflussen kannst du, welche Verfahren dein Terminal überhaupt anbietet und wie es sich bei Abbrüchen verhält. Das gehört in die Einrichtung und läuft über deinen Netzbetreiber.
Praxis an der Kasse
Halte die Antwort kurz und ruhig, dann bleibt die Schlange in Bewegung. Bitte die Kundschaft, die Karte liegen zu lassen, bis das Terminal die Freigabe anzeigt, statt sie nach dem ersten Ton wegzuziehen. Und wiederhole eine abgebrochene Zahlung nicht sofort mehrfach, sondern lies zuerst die Meldung, sonst entstehen doppelte Reservierungen, die du hinterher erklären musst.
Scheitert eine Karte bei dir mehrfach hintereinander, obwohl andere Karten laufen, liegt es an dieser Karte oder an ihrem Herausgeber. Bargeld oder eine andere Karte lösen den Vorgang dann schneller als jeder weitere Versuch.
