Ein Schlüsseldienst verkauft eine Leistung, die niemand freiwillig kauft. Der Kunde steht vor seiner Tür, hat keine Alternative und keine Vergleichsmöglichkeit. Diese Lage haben genug Anbieter ausgenutzt, dass die Branche einen Ruf hat, den auch seriöse Betriebe mitbezahlen. Wer dagegen ankommen will, arbeitet nicht mit besseren Argumenten, sondern mit einem Ablauf, der keine Überraschung zulässt.
Der Preis fällt am Telefon, nicht an der Tür
Der wichtigste Satz des Auftrags fällt, bevor jemand losfährt. Nenne die Anfahrt, den Preis für eine normale Türöffnung und die Zuschläge für Nacht, Wochenende und Feiertag getrennt, und sag klar, wovon es abhängt, wenn mehr nötig wird als eine Öffnung.
Gegenüber Verbrauchern sind Endpreise anzugeben, also einschließlich Umsatzsteuer. Der Regelsteuersatz beträgt 19 Prozent, und ein Nettopreis am Telefon, der an der Tür plötzlich brutto wird, ist der häufigste Anlass für Beschwerden.
Schick die Preisauskunft zusätzlich als Nachricht auf das Handy des Kunden, bevor das Fahrzeug losfährt. Das dauert wenige Sekunden, beendet aber jede spätere Diskussion darüber, was am Telefon gesagt wurde.
Öffnen kommt vor Austauschen
Die meisten zugefallenen Türen lassen sich zerstörungsfrei öffnen. Wer stattdessen sofort den Zylinder aufbohrt und einen neuen einbaut, verkauft mehr, und genau das hat der Branche ihren Ruf eingebracht.
Die Regel für den Betrieb ist einfach: erst die geringere Maßnahme, und wenn sie nicht reicht, den Grund erklären und den Mehrpreis nennen, bevor der Bohrer angesetzt wird. Ein Foto der Situation im Auftrag hilft dir, wenn später jemand behauptet, das Bohren sei unnötig gewesen. Bei einer abgeschlossenen oder verriegelten Tür ist der Aufwand ein anderer als bei einer zugefallenen, und der Kunde versteht das, wenn du es vorher sagst.
Prüfe, wen du hineinlässt
Du öffnest eine Wohnung für jemanden, den du nicht kennst. Ein Blick in den Ausweis mit passender Anschrift, ersatzweise Post im Briefkasten, Nachbarn oder ein Anruf beim Vermieter, gehört zum Ablauf. Notiere im Auftrag, worauf du die Berechtigung gestützt hast.
Das ist kein Misstrauen gegen den Kunden, sondern Schutz vor dem einen Fall, in dem du einem Fremden die Wohnung eines anderen geöffnet hast. Wenn die Angaben nicht zusammenpassen, ist die Polizei der richtige Ansprechpartner, nicht der Bohrer.
Der Vertrag entsteht vor der Wohnungstür
Verträge, die außerhalb von Geschäftsräumen mit Verbrauchern geschlossen werden, lösen Informationspflichten und regelmäßig ein Widerrufsrecht von 14 Tagen aus. Für dringende Reparaturarbeiten, die der Verbraucher ausdrücklich angefordert hat, kann eine Ausnahme greifen.
Weil die Grenze schmal ist, arbeiten viele Betriebe mit einem Auftragsformular, das die Belehrung enthält und in dem der Kunde den sofortigen Beginn ausdrücklich verlangt. Ob und wie die Ausnahme in deinem Fall trägt, ist eine Frage an die Rechtsberatung, nicht an ein Vorlagenportal.
Kassieren um drei Uhr nachts
Wer sich ausgesperrt hat, hat meistens auch kein Bargeld dabei. Die Fahrt zum Geldautomaten mitten in der Nacht ist unangenehm für beide Seiten und kostet dich Zeit, die du in dieser Schicht nicht hast.
Ein mobiles Terminal im Fahrzeug löst das. Kontaktlos, mit Beleg per Mail, Betrag genau wie besprochen. Der Nebeneffekt ist der wichtigere: Eine Kartenzahlung ist dokumentiert. Wenn Tage später jemand behauptet, es sei mehr kassiert worden als vereinbart, liegt der Betrag schwarz auf weiß in der Abrechnung. Bargeld in der Nacht ist zusätzlich ein Sicherheitsthema für die Person, die allein unterwegs ist.
Wo wir aufhören
Preisangabepflichten, Widerrufsrecht und die Frage, wann eine Vergütung als überhöht gilt, sind rechtliche Themen. Sie gehören zu deiner Rechtsberatung, die steuerliche Seite zu deiner Steuerberatung. Dieser Beitrag beschreibt den Ablauf, der Streit selten werden lässt, er ersetzt die Prüfung deiner Formulare nicht.
