Zwei Anbieter können denselben Einkauf haben und dir völlig verschiedene Rechnungen schreiben. Der Unterschied liegt im Preismodell: ein Satz für alles, oder jede Schicht einzeln ausgewiesen. Die Entscheidung dazwischen ist keine Geschmacksfrage, sie verschiebt Risiko und Aufwand.
Was ein Mischpreis wirklich ist
Ein Mischpreis ist eine Kalkulation über einen angenommenen Kartenmix. Dein Anbieter schätzt, welche Karten bei dir anfallen, rechnet den Einkauf hoch, legt seine Marge darauf und nimmt einen Aufschlag für die Unsicherheit dazu. Dieser Aufschlag ist der Preis dafür, dass er die Schwankung trägt und nicht du.
Das ist nicht unfair, es ist eine Versicherung. Man sollte nur wissen, dass man sie kauft, und ungefähr abschätzen können, ob man sie braucht.
Wer beim Mischpreis gewinnt
Gewinner ist, wessen tatsächlicher Kartenmix teurer ist als der angenommene: viel Kundschaft aus dem Ausland, hoher Anteil an Firmenkarten, viel Kreditkarte. Diese Betriebe zahlen denselben Satz wie alle anderen, obwohl ihre Karten im Einkauf mehr kosten.
Weniger gut fährt, wer fast nur günstige Debitkarten aus der Region annimmt und trotzdem den Mischsatz zahlt. Genau deshalb gibt es Zwischenformen, die nach Kartenart trennen, ohne jede Schicht offenzulegen. Wir arbeiten mit beidem: 1,29 Prozent auf alle Karten ohne Centbetrag als reiner Mischpreis, oder getrennt 0,79 Prozent je girocard-Zahlung und 1,79 Prozent je Kreditkartenzahlung, jeweils zuzüglich 5 Cent je Zahlung, alle Angaben netto zuzüglich Umsatzsteuer.
Was der Mischpreis für deine Kalkulation leistet
Er gibt dir eine Zahl, mit der du rechnen kannst, bevor der Monat vorbei ist. Wer eine Speisekarte, eine Preisliste oder ein Angebot kalkuliert, will die Zahlungskosten als festen Anteil im Deckungsbeitrag haben und nicht als Bandbreite. Für kleine Betriebe ist das oft mehr wert als der letzte Vorteil beim Satz.
Dazu kommt ein Punkt, der selten genannt wird: Ein einziger Satz lässt sich dem Personal erklären. Wer an der Kasse weiß, was eine Kartenzahlung ungefähr kostet, trifft bessere Entscheidungen bei Rabatten und Sonderaktionen.
Was die Aufschlüsselung leistet
Sie macht die Marge deines Anbieters sichtbar und damit verhandelbar, und sie zeigt dir, woher Veränderungen kommen. Sie belohnt aber nur den, der die Abrechnung liest. Wer sie ungeprüft ablegt, zahlt den Aufwand ohne Gegenwert und hätte mit einem Mischpreis dasselbe Ergebnis bei weniger Papier.
Die Stellen, an denen ein Mischpreis aufhört, einer zu sein
Der Satz gilt selten für ausnahmslos alles. Prüfe im Vertrag, ob es Sonderentgelte gibt für Firmenkarten, für Karten aus dem Ausland, für manuell eingegebene Kartennummern oder für Zahlungen, bei denen die Karte nicht im Gerät war. Jede dieser Ausnahmen holt ein Stück Schwankung zu dir zurück.
Die zweite Stolperstelle ist die Annahme selbst. Ein Mischpreis wurde für einen bestimmten Mix gerechnet. Ändert sich dein Geschäft, weil Reisegruppen dazukommen, ein Onlineangebot startet oder das Firmenkundengeschäft wächst, passt die Grundlage nicht mehr. Dann steht ein neues Gespräch an, und zwar in beide Richtungen.
Woran du deine Entscheidung festmachst
- Wie hoch ist dein Kartenumsatz, und lohnt der Prüfaufwand überhaupt?
- Wie stark schwankt dein Kartenmix über das Jahr?
- Liest bei dir regelmäßig jemand die Abrechnung, und hat diese Person Zeit dafür?
- Braucht deine Preiskalkulation eine feste Zahl?
- Würdest du eine schleichende Preiserhöhung deines Anbieters überhaupt bemerken?
Wer bei den ersten beiden Fragen niedrig und schwankungsarm antwortet, fährt mit einem Mischpreis meist ruhiger. Wer Volumen hat und Zahlen liest, holt aus der Aufschlüsselung mehr heraus.
Wo wir aufhören
Welches Modell für dich günstiger ist, entscheidet deine eigene Abrechnung und nicht die Theorie. Rechne beide Varianten mit demselben Zeitraum und demselben Kartenmix durch, sonst vergleichst du Annahmen statt Preise. Die Prüfung von Vertragsklauseln bleibt Sache deiner Rechtsberatung, die steuerliche Seite Sache deiner Steuerberatung.
