IC++ ist keine Preishöhe, sondern eine Abrechnungsart. Die Abkürzung steht für Interchange plus Scheme Fee plus Marge. Jede der drei Schichten wird getrennt ausgewiesen, statt zu einem Satz verschmolzen zu werden.
Ein Angebot nach diesem Modell legt deshalb nur einen Wert fest, nämlich die Marge. Was du am Monatsende zahlst, ergibt sich erst aus den Karten, die tatsächlich über dein Terminal gelaufen sind.
Was auf einer aufgeschlüsselten Abrechnung steht
Die Umsätze sind nach Gruppen sortiert, üblicherweise nach Kartensystem, Kartenart, Herkunft der Karte und Erfassungsart. Zu jeder Gruppe stehen Anzahl und Umsatz, danach das Interchange, das Systementgelt und die Marge als eigene Beträge.
Praktisch heißt das: Du siehst, welche Kartenarten bei dir wirklich anfallen und was jede einzelne davon kostet. Das ist der eigentliche Gewinn dieses Modells, noch vor jeder Preisfrage.
Der Vorteil: du erkennst, welche Schicht sich bewegt hat
Steigt dein Aufwand, kannst du die Ursache benennen. Mehr Firmenkarten, mehr Karten aus dem Ausland, eine Anpassung der Systementgelte oder eine geänderte Marge sehen auf einer aufgeschlüsselten Abrechnung völlig verschieden aus. In einem Mischpreis siehst du nur, dass es teurer geworden ist.
Das ist zugleich die Grundlage für ein sachliches Gespräch mit deinem Anbieter. Über eine Marge lässt sich reden, über einen eingekauften Posten nicht. Wer weiß, welcher Teil sich bewegt hat, spart sich die Diskussion über den falschen.
Der zweite Vorteil: Senkungen kommen bei dir an
Wenn ein eingekauftes Entgelt sinkt, etwa weil eine regulatorische Obergrenze wirkt oder ein Kartensystem einen Posten reduziert, wirkt sich das in einer aufgeschlüsselten Abrechnung unmittelbar aus. Der Vorteil landet automatisch bei dir, ohne dass jemand nachverhandeln muss.
Bei einem Mischpreis bleibt er zunächst in der Kalkulation deines Anbieters, bis der Preis neu vereinbart wird. Das ist die Kehrseite der Planbarkeit und der Grund, warum sich ein regelmäßiges Preisgespräch dort besonders lohnt.
Der Preis dafür heißt Planbarkeit
Der effektive Satz steht erst fest, wenn die Periode vorbei ist. Für deine eigene Kalkulation ist das unbequem, weil du mit einer Bandbreite statt mit einem Wert rechnest. Dazu kommt Aufwand: Eine aufgeschlüsselte Abrechnung ist länger, sie will gelesen werden, und wer sie ungeöffnet ablegt, hat vom ganzen Modell nichts.
Das ist die häufigste Enttäuschung mit IC++. Es ist kein günstigeres Modell, es ist ein durchschaubares. Der Vorteil entsteht erst durch die Person, die hinschaut.
Woran du ein unvollständiges Angebot erkennst
- Es wird nur das Modell genannt, aber keine Marge beziffert. Dann liegt kein Angebot vor, sondern eine Ankündigung.
- Es gibt nur ein Plus statt zwei. Dann ist eine der eingekauften Schichten in der Marge versteckt, und der Vergleich mit einer echten Aufschlüsselung hinkt.
- Die Marge unterscheidet sich je Kartensystem oder Kartenart, ohne dass das ausgesprochen wird.
- Neben den drei Schichten tauchen auf der Abrechnung Posten je Vorgang auf, die im Gespräch nicht vorkamen.
Für welche Betriebe das Modell taugt
Es passt zu Betrieben mit spürbarem Kartenumsatz, gemischtem Kartenaufkommen und jemandem im Haus, der einmal im Monat eine Abrechnung durchgeht. Je bunter dein Kartenmix ist, desto mehr erklärt dir die Aufschlüsselung.
Es passt schlechter zu einem kleinen Betrieb, der eine feste Zahl für die eigene Kalkulation braucht und dem Ruhe wichtiger ist als der letzte Vorteil beim Satz. Diese Entscheidung ist keine Frage von richtig und falsch, sondern eine Frage danach, wer die Schwankung tragen soll.
Wo wir aufhören
Ob ein konkretes Angebot zu deinem Betrieb passt, entscheiden deine eigenen Zahlen und nicht die Modellfrage. Die Bewertung von Vertragsklauseln, etwa zu Laufzeit, Preisanpassung und Kündigung, gehört zu deiner Rechtsberatung. Wie die Entgelte in der Buchführung zu erfassen sind, klärt deine Steuerberatung.
