Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz. Wer eine Fälschung annimmt und sie später bei der Bank abgibt, bekommt den Betrag nicht erstattet, sondern verliert ihn vollständig. Deshalb entscheidet sich alles an der Kasse, in den Sekunden, in denen die Note über den Tresen geht.
Fühlen, sehen, kippen
Das Prüfprinzip der Notenbanken besteht aus drei Handgriffen, die zusammen gehören. Fühlen: Das Papier ist griffig und fest, und an bestimmten Stellen ist die Farbe erhaben aufgedruckt, sodass sich ein Relief ertasten lässt. Sehen: Gegen das Licht werden Wasserzeichen, Sicherheitsfaden und ein durchsichtiges Porträtfenster sichtbar. Kippen: Auf der Vorderseite verändert eine Zahl ihren Glanz und wandert, auf dem Silberstreifen erscheinen je nach Blickwinkel unterschiedliche Motive.
Wichtig ist die Reihenfolge und die Vollständigkeit. Fälschungen sind fast nie überall schlecht. Sie treffen einzelne Merkmale gut und andere gar nicht. Wer nur ein Merkmal prüft, prüft am Ende nur die Stelle, an der sich der Fälscher Mühe gegeben hat.
Warum der Prüfstift allein nicht reicht
Ein Stift reagiert auf Eigenschaften des Papiers. Er hilft gegen Ausdrucke auf gewöhnlichem Papier und versagt bei allem, was auf besser vorbereitetem Material gedruckt wurde. Umgekehrt kann er bei einer echten Note anschlagen, die in der Waschmaschine war. Ein Stift ist ein Hinweis, kein Nachweis.
Geräte, die mit Licht außerhalb des sichtbaren Bereichs arbeiten, prüfen deutlich mehr Merkmale. Wenn du in Geräte investierst, achte darauf, dass der Hersteller die Prüfung durch die zuständige Zentralbank nachweisen kann, und halte die Software aktuell, damit neue Notenserien erkannt werden.
Münzen nicht vergessen
Bei großen Münzen aus Ring und Kern sitzen die Fälschungen im Randbereich und im Zusammenhalt der beiden Teile. Auffällig sind ein unsauberer Übergang, eine ungewohnte Randprägung, ein anderes Gewicht und ein abweichendes Verhalten am Magneten. Automaten weisen solche Münzen häufig zurück, an der Kasse fallen sie ohne Aufmerksamkeit durch.
Was zu tun ist, wenn der Verdacht da ist
Gib die Note nicht zurück. Wer Falschgeld weiterreicht, obwohl er es für falsch hält, macht sich strafbar, und das gilt auch für die Rückgabe an die Person, die es gebracht hat. Verlangt wird eine andere Zahlung oder der Verzicht auf das Geschäft.
Die Note gehört zur Polizei oder zur zuständigen Notenbankstelle. Fass sie dabei möglichst wenig an, am besten nur an den Rändern, und lege sie in eine Hülle oder einen Umschlag, damit Spuren erhalten bleiben. Notiere, wann und an welcher Kasse sie angenommen wurde und was du über die Person sagen kannst.
Wie du dich am Tresen verhältst
Sicherheit geht vor Geld. Halte niemanden fest, versperre keinen Weg und beschuldige niemanden offen. Sehr häufig weiß die Person selbst nicht, dass die Note falsch ist. Ein ruhiger Satz wie der Hinweis, dass du diese Note nicht annehmen kannst, reicht aus. Hole eine zweite Person dazu, wenn du unsicher bist, und dokumentiere den Vorgang, sobald die Situation vorbei ist.
Vorbeugen ist billiger als prüfen
- Personal schulen und die Handgriffe einmal an echten Noten üben, nicht nur beschreiben.
- Für gutes Licht am Kassenplatz sorgen, damit Wasserzeichen und Kippeffekt überhaupt sichtbar werden.
- Große Scheine bei kleinen Beträgen als Anlass für eine genaue Prüfung nehmen, besonders im Gedränge und kurz vor Feierabend.
- Bei Ablenkungsversuchen an der Kasse den Vorgang abbrechen und von vorn beginnen.
- Unbare Zahlung anbieten, wo häufig große Scheine kommen. Was nicht durch die Schublade geht, kann nicht falsch sein.
Wo wir aufhören
Der Umgang mit Falschgeld hat eine strafrechtliche Seite, und wie ein konkreter Vorfall zu bewerten ist, gehört zur Rechtsberatung und zur Polizei. Wie du den Verlust in deiner Kasse dokumentierst und buchst, klärst du mit deiner Steuerberatung. Wir beschreiben hier nur, woran du eine Fälschung erkennst und wie du dich im Moment der Annahme verhältst.
