Ein Foodtruck ist ein Betrieb, der jeden Tag umzieht. Montag Gewerbepark, Mittwoch Wochenmarkt, Freitag Betriebsfest, Samstag Hochzeit. Für die Küche ist das Routine. Für alles, was mit Strom, Netz und Abrechnung zu tun hat, ist jeder Standort ein neuer Fall.
Jeder Standplatz hat eigene Regeln
Auf öffentlichem Grund brauchst du in aller Regel eine Sondernutzungserlaubnis der Stadt, auf einem Wochenmarkt eine Zulassung des Marktamts, auf einem Firmengelände nur die Erlaubnis des Eigentümers. Wer ohne feste Verkaufsstelle von Ort zu Ort zieht und Kunden dort anspricht, wo sie ohnehin sind, sollte zusätzlich klären, ob eine Reisegewerbekarte nötig ist.
Dazu kommen die Anzeige beim Lebensmittelüberwachungsamt und die Hygieneanforderungen an das Fahrzeug. Diese Punkte klärst du einmal grundsätzlich und danach je Stadt, nicht je Termin.
Strom ist begrenzt, und die Kasse hängt am Ende der Kette
Fritteuse, Kühlung, Beleuchtung und Kaffeemaschine ziehen den Anschluss leer, bevor jemand an das Terminal denkt. Wenn die Sicherung fällt, steht nicht nur die Küche, sondern auch das Kassieren, und zwar zur schlechtesten Zeit.
Halte Kasse und Terminal deshalb unabhängig: Geräte mit eigenem Akku, die einen Stromausfall überbrücken, und eine geladene Powerbank im Fenster. Ein Terminal, das nur mit Netzteil läuft, macht dich von einer Steckdose abhängig, die dir nicht gehört.
Das Netz wechselt mit dem Standort
Der Empfang unterscheidet sich zwischen zwei Plätzen in derselben Stadt erheblich. Statt das jedes Mal neu zu erleben, führ eine kurze Liste deiner Standorte mit einer Notiz zum Empfang und zur Lösung, die dort funktioniert hat: eigenes Mobilfunknetz, Router mit zweiter SIM, WLAN des Veranstalters.
Verlass dich nicht darauf, dass Zahlungen ohne Verbindung einfach nachgeholt werden. Ob und in welchem Umfang eine Zahlung ohne Onlineautorisierung möglich ist, hängt vom Gerät, vom Kartensystem und von der Vereinbarung ab, und das Ausfallrisiko trägst dann du. Kläre das vorher, statt es an einem Standort ohne Empfang herauszufinden.
Tagesabschluss je Standplatz statt einmal pro Woche
Mach den Abschluss am Ende jedes Standorts, nicht am Ende der Woche. Nur so lässt sich später sagen, welcher Platz welchen Umsatz gebracht hat, und nur so findest du eine Differenz, solange du dich noch an den Tag erinnerst.
Wenn du zwei Verkaufsfenster oder ein zweites Gerät für Großveranstaltungen hast, gilt dasselbe je Gerät. Notiere dir, welche Terminalnummer an welchem Fenster hing.
Tempo am Fenster
Am Truck entscheidet die Länge der Schlange über den Tagesumsatz. Kontaktloses Zahlen ohne PIN ist deshalb der Normalfall, den du aktiv bewerben solltest, und zwar mit einem Schild am Fenster, nicht mit einem Aufkleber an der Seite, die niemand sieht.
Halte das Sortiment schmal und die Preise so, dass wenig getippt werden muss. Ein Terminal, das direkt mit der Kasse verbunden ist und den Betrag automatisch übernimmt, spart bei jedem Vorgang den Tippfehler und die Rückfrage.
Am Monatsende willst du wissen, welcher Platz sich lohnt
Führ je Standort zusammen: Umsatz, Standgebühr, Fahrzeit, Wareneinsatz und Personalstunden. Erst dann siehst du, dass der Platz mit dem meisten Umsatz nicht zwingend der beste ist, weil Anfahrt und Gebühr ihn auffressen. Diese Auswertung ist der eigentliche Vorteil davon, jeden Tag sauber abzuschließen.
Wo wir aufhören
Welche Erlaubnisse dein Fahrzeug und deine Standorte im Einzelnen brauchen und welche Aufzeichnungspflichten für deine Kasse gelten, entscheiden Ordnungsamt, Lebensmittelüberwachung und deine Steuerberatung. Wir sorgen dafür, dass das Kassieren an jedem Platz funktioniert, und sagen nicht, was in deinem Fall genehmigungsfähig ist.
