Jemand steht in der Fußgängerzone, tippt eine Leistung und den Zusatz in der Nähe ein und entscheidet sich innerhalb weniger Augenblicke für einen Betrieb aus der Liste. Diese Entscheidung fällt fast nie auf einer Website. Sie fällt in der Kartenansicht, aus wenigen Angaben, die entweder vollständig sind oder nicht.
Wer verstehen will, warum der Wettbewerber weiter oben steht, muss zuerst verstehen, welche Art von Suche gerade stattfindet. Es sind drei sehr verschiedene Situationen.
Drei Arten von lokaler Suche
Bei der Namenssuche kennt dich die Person bereits und will nur die Nummer, die Adresse oder die Öffnungszeit. Hier gewinnst du automatisch, solange dein Profil existiert und stimmt. Verlieren kannst du trotzdem, nämlich dann, wenn oben ein Portal mit veralteten Daten über dich steht.
Bei der Kategoriesuche wird eine Leistung mit einem Ort verbunden, etwa Friseur und der Name der Stadt. Hier entscheidet, ob du in der richtigen Kategorie geführt bist und wie nah du an der suchenden Person bist. Bei der Bedarfssuche wird ein Problem beschrieben statt eines Berufs, etwa der Wunsch nach einer Reparatur ohne Termin. Diese Suchen sind die wertvollsten, weil die Absicht eindeutig ist, und sie erreicht nur, wer die Leistung irgendwo ausdrücklich benannt hat.
Die Karte kommt vor der Website
Das Kartenprofil ist für lokale Suche das, was für den Onlinehandel die Produktseite ist. Kategorie, Adresse, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, der Knopf zum Anrufen und die Route stehen dort, ohne dass jemand deine Seite öffnet. Ist das Profil dünn, wirst du übersprungen, auch wenn deine Website gut ist.
Der Ortsbezug kommt dabei nicht aus dem Suchbegriff, sondern aus dem Standort des Geräts. Deshalb nützt es wenig, den Stadtnamen überall in den Text zu schreiben. Es nützt sehr viel, dass die Adresse im Profil korrekt und der Kartenstift genau auf dem Eingang gesetzt ist.
Die Kategorie entscheidet, wo du überhaupt auftauchst
Die Hauptkategorie ist die wichtigste einzelne Einstellung im Profil. Sie bestimmt, bei welchen Suchen du in der engeren Auswahl bist. Nebenkategorien ergänzen, ersetzen aber nichts. Wähl die Hauptkategorie nach dem, womit du dein Geld verdienst, nicht nach dem, was am umfassendsten klingt.
Die Stolperstelle: Die Kategorie, die deinem Beruf genau entspricht, gibt es manchmal gar nicht, weil die Plattform eine eigene, weltweit gültige Liste führt. Dann nimmst du die nächstliegende und beschreibst den Rest in den Feldern für Leistungen und Produkte. Eine erfundene oder zu weit gefasste Kategorie schadet mehr als eine ungenaue.
Einheitliche Daten sind kein Ordnungsfimmel
Name, Anschrift und Rufnummer sollten überall in identischer Schreibweise stehen. Mal mit Rechtsformzusatz, mal ohne, mal die Straße ausgeschrieben, mal abgekürzt, dazu zwei verschiedene Rufnummern in verschiedenen Verzeichnissen: Für einen Menschen ist das derselbe Betrieb, für die Zuordnung der Systeme sind es Zweifel. Und Zweifel senken das Vertrauen in deinen Eintrag.
Was die Website beisteuert, das Profil nicht kann
Die eigene Seite trägt die Tiefe: eine Seite je Leistung statt einer Sammelseite, echte Antworten auf Fragen, die Kundschaft am Telefon stellt, und bei mehreren Standorten je eine eigene Seite mit eigener Adresse. Wichtig ist, dass die Angaben zum Profil passen. Aufgereihte Ortsnamen ohne Inhalt dahinter helfen niemandem und werden als das erkannt, was sie sind.
Gefunden werden und gewählt werden sind zwei Dinge
Die Sichtbarkeit bringt dich in die Liste. Ausgewählt wirst du danach aus einem sehr kurzen Vergleich: Ist jetzt geöffnet, wie weit ist es, wie sehen die Fotos aus, was schreiben andere. Genau deshalb lohnt sich die Reihenfolge im Kopf: erst Kategorie und Öffnungszeiten stimmen lassen, dann Fotos, dann Bewertungen. Wer bei den Fotos anfängt, poliert eine Tür, die niemand findet.
