Jemand liest im Kartenprofil, dass du geöffnet hast, fährt hin und steht vor einer verschlossenen Tür. Dieser Vorgang kostet dich nicht nur den Umsatz des Tages. Er endet oft in einer Bewertung, die andere Menschen lesen, und in dem Eindruck, dass man sich auf deine Angaben nicht verlassen kann.
Öffnungszeiten sind die am häufigsten abgerufene Information über einen kleinen Betrieb und gleichzeitig die am schlechtesten gepflegte. Der Grund ist banal: Sie stehen an mehr Orten, als man im Kopf hat.
Wo deine Zeiten überall stehen
- Aushang an der Tür und am Schaufenster
- eigene Website, oft in Kopf und Fußzeile getrennt
- Unternehmensprofil bei Google und die Karten-App von Apple
- Branchenverzeichnisse, Stadtportale und Seiten des Gewerbevereins
- Lieferplattformen und Buchungsdienste
- Profile in sozialen Netzwerken
- Ansage auf dem Anrufbeantworter und automatische Antwort im Postfach
- Flyer, Speisekarte, Fahrzeugbeschriftung und E-Mail-Signatur
Die Stolperstelle sind Einträge, die du nie selbst angelegt hast. Viele Verzeichnisse übernehmen Daten voneinander. Such deinen Betriebsnamen einmal in Ruhe und schreib auf, wo er auftaucht. Diese Liste ist das eigentliche Werkzeug, alles andere ist Fleißarbeit.
Eine Quelle, alle anderen ziehen nach
Leg fest, welcher Ort deine Wahrheit ist, in aller Regel die eigene Website. Alle anderen Stellen sind Kopien, und Kopien werden nur nachgeführt, wenn jemand dafür zuständig ist. Diese Zuständigkeit gehört auf eine Person mit Namen, nicht auf den Betrieb im Allgemeinen.
Führ deine Fundstellenliste als einfache Aufstellung mit Zugangsdaten, sonst beginnt jede Änderung mit der Suche nach dem Passwort für ein Portal, in das seit dem Eintrag niemand mehr hineingesehen hat.
Sonderzeiten sind der eigentliche Fehler
Die regulären Zeiten stimmen fast immer. Falsch wird es an Feiertagen, in den Betriebsferien, am Inventurtag, am verkürzten Tag vor dem Fest und bei der Mittagspause. Kartenprofile haben dafür ein eigenes Feld für besondere Öffnungszeiten. Wer es leer lässt, zeigt an einem Feiertag die normale Zeit, und das System hat sogar recht: Es kennt nur, was du eingetragen hast.
Trag die Feiertage deines Bundeslandes zu Jahresbeginn in einem Rutsch ein, zusammen mit Urlaub und Inventur, soweit du sie schon kennst. Eine Mittagspause bildest du als zwei getrennte Zeitspannen ab, nicht als durchgehende Öffnung mit einem Hinweis im Text, den niemand liest.
Kurzfristig geschlossen: die Reihenfolge zählt
Wenn du wegen Krankheit oder eines Handwerkerschadens spontan zumachst, arbeite von außen nach innen: erst Zettel an die Tür, dann das Kartenprofil, dann die Website, dann die Ansage am Telefon, dann das soziale Netzwerk. Die Reihenfolge folgt der Frage, wer als Nächstes vor der Tür stehen könnte.
Das Kartenprofil kennt für solche Fälle den Zustand vorübergehend geschlossen. Nutz ihn statt einer Löschung des Eintrags. Ein gelöschtes Profil verliert Bewertungen und Fotos, und der Weg zurück ist deutlich länger als der Weg hinein.
Warum Abweichungen teuer werden
Widersprüchliche Angaben schaden zweimal. Nach außen verlierst du Besuche und handelst dir Kritik ein, die sachlich stimmt und deshalb schwer zu beantworten ist. Nach innen gefährdest du deine Sichtbarkeit: Karten und Suchdienste bewerten die Verlässlichkeit von Betriebsdaten, und wenn genügend Menschen eine abweichende Zeit vorschlagen, ändert die Plattform deinen Eintrag auch ohne dich.
Was rechtlich dahintersteckt
Wann du öffnen darfst, regeln für Verkaufsstellen die Ladenöffnungsgesetze der Länder, für die Gastronomie stattdessen die Sperrzeiten des Gaststättenrechts, für Sonntage und Feiertage gelten Ausnahmen, die vor Ort unterschiedlich gehandhabt werden. Verbindliche Auskunft geben die Gemeinde und das Ordnungsamt, einordnen kann deine Kammer, in Zweifelsfällen deine Rechtsberatung. Wir ordnen hier nur ein, wie du deine Angaben sauber hältst.
