Die Frage ist selten, ob dein Betrieb eine Website braucht. Im Netz steht er ohnehin: im Kartenprofil, in Branchenverzeichnissen, in Bewertungen und in Einträgen, die jemand anderes angelegt hat. Die eigentliche Frage lautet, ob es einen Ort gibt, an dem die Angaben von dir stammen und vollständig sind.
Für einen kleinen Betrieb ist die Website deshalb weniger Aushängeschild als Auskunftsgerät. Sie beantwortet die Fragen, die sonst am Telefon landen oder gar nicht erst gestellt werden, weil jemand vorher beim Betrieb in der Nachbarstraße nachgesehen hat.
Welche Fragen die Seite beantworten muss
Setz dich einmal auf die andere Seite. Jemand hat deinen Namen gehört und tippt ihn ein. Innerhalb weniger Augenblicke will diese Person wissen, was du machst, wo du bist, wann du da bist, wie sie dich erreicht und worauf sie sich preislich ungefähr einstellen muss. Fehlt eine dieser Antworten, entsteht kein Anruf, sondern ein Klick zurück in die Ergebnisliste.
Der häufigste Aufbaufehler ist eine Startseite, die mit Selbstbeschreibung beginnt und die Anschrift ganz unten versteckt. Dreh die Reihenfolge um: erst die harten Angaben, dann die Erzählung.
Was mindestens draufgehört
- Leistungen oder Sortiment in der Sprache der Kundschaft, nicht in Fachbegriffen
- Anschrift, Anfahrt und ein Hinweis auf Parken oder Zugang
- Öffnungszeiten samt Ausnahmen wie Betriebsurlaub oder Ruhetag
- Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse, die tatsächlich gelesen wird
- die Person, die im Betrieb ansprechbar ist
- welche Zahlungsarten du annimmst, Karte ausdrücklich genannt
- eigene Fotos statt gekaufter Stimmungsbilder
Mehr Unterseiten machen die Sache selten besser. Eine gepflegte Seite mit diesen Angaben schlägt jeden Baum aus Rubriken, den seit dem Aufbau niemand mehr angefasst hat.
Pflichtangaben sind kein Anhängsel
Eine geschäftsmäßige Website braucht ein Impressum, das ohne Suchen erreichbar ist, und eine Datenschutzerklärung. Ins Impressum gehören unter anderem Name und Rechtsform, die ladungsfähige Anschrift, Kontaktdaten, je nach Tätigkeit die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, das Register mit der Nummer sowie bei erlaubnispflichtigen Berufen die Aufsichtsbehörde und die Berufsbezeichnung.
Die Datenschutzerklärung muss beschreiben, was auf deiner Seite wirklich passiert: Kontaktformular, Terminbuchung, eingebundene Karte, Schriftarten von fremden Servern, Besucherstatistik. Eine kopierte Erklärung, die Werkzeuge aufzählt, die du gar nicht einsetzt, ist genauso falsch wie eine fehlende.
Kommt über deine Seite ein Vertrag mit Verbrauchern zustande, also Shop, Kurs, Buchung oder Abo, kommen die Widerrufsbelehrung und ein Bedienelement für den Widerruf hinzu. AGB sind dagegen nicht vorgeschrieben, sie halten nur fest, was sonst ungeregelt bliebe. Eine reine Informationsseite braucht das nicht. Nutzt du Bilder oder Texte aus einem KI-Werkzeug, kennzeichne sie sichtbar an der Stelle, an der sie stehen.
Das Handy ist der Normalfall
Der Großteil der Besuche kommt vom Telefon, häufig unterwegs und mit einer Hand. Praktisch heißt das: die Rufnummer als tippbarer Link, die Adresse als Verknüpfung zur Navigation, Schrift, die man ohne Vergrößern liest, und eine Seite, die auch bei schlechtem Empfang erscheint. Ein Einwilligungsbanner, das den halben Bildschirm verdeckt und keine sichtbare Ablehnung anbietet, kostet dich genau die Besucher, für die du die Seite gebaut hast.
Eine Seite, die niemand pflegt, richtet Schaden an
Veraltete Öffnungszeiten, eine Preisliste aus dem Vorjahr, ein Formular, dessen Empfängeradresse längst gelöscht ist: Das wirkt schlechter als gar keine Website, weil es Verlässlichkeit vortäuscht. Leg einen festen Termin im Kalender an, an dem jemand die Angaben durchgeht, und schick zu diesem Termin eine Testnachricht über das eigene Kontaktformular.
Wem die Seite gehört
Ob Baukasten, Agentur oder selbst gebaut, ist zweitrangig. Entscheidend sind drei Dinge: Die Domain läuft auf deinen Namen, die Zugangsdaten liegen bei dir und nicht nur beim Dienstleister, und du kannst Inhalte und Bilder herausholen, wenn du wechseln willst. Mit dem Hoster brauchst du außerdem einen Vertrag über die Auftragsverarbeitung.
Wo wir aufhören
Welche Pflichtangaben in deinem Fall gelten, hängt an Rechtsform, Beruf und daran, ob über die Seite Verträge geschlossen werden. Das sind rechtliche Fragen und gehören zu deiner Rechtsberatung. Die steuerlichen Angaben, etwa ob du eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nennen musst, klärst du mit deiner Steuerberatung.
