Die Gewinnschwelle beantwortet eine einzige Frage: Wie viel musst du verkaufen, damit am Ende des Monats nichts fehlt. Sie ist die nützlichste Zahl der ganzen Planung, weil man sie gegen die eigene Kapazität halten kann.
Drei Größen, mehr nicht
Fixkosten fallen an, egal ob du etwas verkaufst: Miete, Versicherungen, Grundgebühren, festes Personal, Leasingraten, dein eigener Lebensunterhalt. Variable Kosten entstehen erst mit dem Verkauf: Wareneinsatz, Verpackung, Provisionen, Entgelte je Zahlung. Der Deckungsbeitrag ist der Rest, der vom Nettoverkaufspreis nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt.
Der Deckungsbeitrag ist nicht dein Gewinn. Er ist der Betrag, mit dem jede verkaufte Einheit die Fixkosten abträgt. Erst wenn die Fixkosten vollständig abgetragen sind, beginnt der Gewinn.
Die Rechnung
Teile die Fixkosten eines Monats durch den Deckungsbeitrag einer Einheit. Das Ergebnis ist die Menge, die du in diesem Monat verkaufen musst. Wenn du viele verschiedene Artikel führst, geht es genauso, nur mit Prozenten: Teile die Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote, also durch den Anteil des Deckungsbeitrags am Nettoumsatz. Dann kommt kein Stückwert heraus, sondern der nötige Nettoumsatz.
Beide Wege sind dieselbe Rechnung. Der erste passt zu Betrieben mit wenigen Leistungen, der zweite zu Handel und Gastronomie mit breitem Sortiment.
Die üblichen Zuordnungsfehler
Der teuerste ist der eigene Lebensunterhalt. Wer sich selbst nicht in die Fixkosten schreibt, rechnet eine Gewinnschwelle aus, bei der er umsonst arbeitet. Bei Kapitalgesellschaften steht das Geschäftsführergehalt ohnehin in den Kosten, beim Einzelunternehmen musst du es bewusst hineinschreiben.
Der zweithäufigste ist das Personal. Feste Kräfte sind Fixkosten, auch wenn es an einem ruhigen Tag anders aussieht. Nur echte Aushilfen, die du bedarfsgerecht einsetzt, verhalten sich variabel.
Zahlungskosten gehören auf beide Seiten
Kosten für Kartenzahlung teilen sich sauber auf. Feste Beträge wie Gerätemiete oder Grundgebühren sind Fixkosten. Alles, was je Zahlung anfällt, gehört in die variablen Kosten und mindert damit direkt den Deckungsbeitrag.
Bei R&B Pay sind das im Tarif All-in 1,29 Prozent auf alle Karten ohne Centbetrag, alternativ 0,79 Prozent je girocard-Zahlung und 1,79 Prozent je Kreditkartenzahlung, jeweils zuzüglich 5 Cent je Zahlung, alles netto zuzüglich Umsatzsteuer. Für die Rechnung ist vor allem der feste Betrag je Zahlung interessant: Er wiegt bei kleinen Bons schwerer als jeder Prozentsatz. Wer viele Kleinstbeträge kassiert, sollte das im Deckungsbeitrag sehen und nicht überschlagen.
Gewinnschwelle und Liquiditätsschwelle sind zwei Werte
Tilgung ist keine Kostenposition, muss aber gezahlt werden. Abschreibung ist eine Kostenposition, kostet aber kein Geld. Wenn du wissen willst, ab wann das Konto trägt, rechne eine zweite Runde: Nimm die Abschreibung aus den Fixkosten heraus und lege Tilgung und private Entnahmen hinein. Bei fremdfinanzierten Gründungen liegt dieser Wert regelmäßig über der reinen Gewinnschwelle, und er ist der Wert, der zählt.
Was du mit der Zahl machst
Halte sie gegen die Wirklichkeit. Passt die nötige Menge in deine Öffnungszeiten, an deine Plätze, in deine Arbeitstage. Wenn du dafür mehr Gäste brauchst, als überhaupt hineinpassen, ist nicht der Verkauf das Problem, sondern die Kostenstruktur oder der Preis.
Rechne die Schwelle außerdem neu, wenn sich etwas Wesentliches ändert: neuer Mietvertrag, neue Kraft, neue Einkaufspreise. Sie ist eine laufende Kennzahl und kein Dokument aus dem Gründungsordner.
Aus derselben Rechnung fällt eine zweite Zahl ab, die im Alltag oft nützlicher ist: der Deckungsbeitrag je Stunde Öffnungszeit oder je Arbeitsstunde. Er zeigt dir, welche Randzeiten sich tragen und welche Leistung trotz gutem Preis zu viel Zeit frisst. Ein Artikel mit hoher Spanne, der lange Beratung braucht, kann schlechter dastehen als ein schneller mit kleiner Spanne.
Wo wir aufhören
Welche Posten in deiner Buchführung als Kosten gelten, wie Abschreibung angesetzt wird und wie Privatentnahmen steuerlich behandelt werden, klärt deine Steuerberatung. Wir zeigen hier die Systematik, keine Empfehlung für deinen Einzelfall.
