Zahlungsverkehr erklärt

Das Drei-Parteien-Modell: wenn das Kartensystem selbst abrechnet

American Express und Diners rechnen selbst ab. Was das Drei-Parteien-Modell ausmacht, warum der Preis dort anders entsteht und was auf der Abrechnung auffällt.

Yellow Ethernet Cable. CC0, über flickr.

Bei den meisten Kartenzahlungen stehen sich vier Beteiligte gegenüber: die Kundschaft, ihre kartenherausgebende Bank, dein Betrieb und der Acquirer, der deinen Umsatz einreicht. Das Kartensystem liefert die Regeln dazwischen. Beim Drei-Parteien-Modell fällt eine Ebene weg, und daraus folgt fast alles, was American Express und Diners Club im Alltag anders machen.

Am Tresen merkst du davon nichts. Der Unterschied zeigt sich zwei Schritte später: beim Preis, auf der Abrechnung und bei der Frage, wen du anrufst, wenn etwas klemmt.

Wer im Drei-Parteien-Modell fehlt

Im Drei-Parteien-Modell ist das Kartensystem gleichzeitig Herausgeber der Karte und Vertragspartner des Händlers. Es gibt nicht eine Bank auf der Seite der Kundschaft und einen Acquirer auf deiner Seite, sondern eine Stelle, die beide Rollen ausfüllt. Übrig bleiben Karteninhaber, Kartensystem und Händler.

Die Autorisierungsanfrage läuft deshalb nicht zwischen zwei Instituten hin und her. Sie endet bei der Stelle, die die Karte selbst ausgegeben hat, und dort fällt die Entscheidung über Freigabe oder Ablehnung. Weil dieselbe Stelle beide Seiten kennt, kann sie ihre Regeln enger führen als ein Verbund aus vielen Banken, und sie kann den Preis für die Händlerseite allein bestimmen.

Warum der Preis anders zustande kommt

Im Vier-Parteien-Modell besteht dein Entgelt aus Bausteinen: dem Interchange, das an die kartenherausgebende Bank geht, den Entgelten des Kartensystems und der Marge deines Vertragspartners. Fällt die zweite Bank weg, fällt auch der Baustein weg, der zwischen zwei Banken fließt. Was du zahlst, ist dann kein zusammengesetzter Preis, sondern ein Preis, den das System selbst kalkuliert und aufruft.

Deshalb lässt sich ein solcher Satz nicht sauber gegen einen aufgeschlüsselten Satz für Visa und Mastercard halten. Auch die europäischen Obergrenzen für das Interchange bei Verbraucherkarten sind auf das Vier-Parteien-Modell zugeschnitten. Wo kein Interchange zwischen zwei Banken fließt, wirken sie nicht auf dieselbe Weise. Wie ein einzelnes System heute eingeordnet ist, bestätigt dir dein Zahlungspartner oder ein Blick in den Regeltext.

Eigener Vertrag, eigene Abrechnung, eigene Gutschrift

Das ist die Stolperstelle, die man erst beim Kontoabgleich bemerkt. Wird die Akzeptanz direkt mit dem Drei-Parteien-System vereinbart, entsteht ein eigener Vertrag mit einer eigenen Händlernummer. Die Umsätze laufen zwar über dasselbe Terminal, erscheinen aber auf einer eigenen Abrechnung, werden getrennt gutgeschrieben und häufig zu einem anderen Zeitpunkt als der Rest.

In der Buchhaltung sieht das aus wie eine fehlende Zahlung. Wer die Zuordnung nicht von Anfang an sauber anlegt, sucht Monat für Monat dieselbe Differenz. Kläre deshalb vor dem ersten Umsatz, unter welcher Nummer diese Karten laufen, wann die Gutschrift kommt und wie sie im Verwendungszweck erkennbar ist.

Die Mischform: wenn doch Banken beteiligt sind

So eindeutig ist die Trennung inzwischen nicht mehr. Drei-Parteien-Systeme vergeben Lizenzen an Partner, die Karten herausgeben oder die Händlerseite betreuen. Für dich kann das bedeuten, dass diese Karten über deinen gewohnten Vertragspartner abgewickelt werden, auf derselben Abrechnung stehen und mit dem übrigen Umsatz zusammen ausgezahlt werden.

Ob das bei dir so ist, steht nicht auf der Karte, sondern in deinem Vertrag. Die brauchbare Frage lautet: Wer ist mein Vertragspartner für diese Marke, über welche Nummer wird sie abgerechnet, und wer nimmt eine Rückbelastung entgegen?

Lohnt sich die Akzeptanz in deinem Betrieb?

Die Antwort hängt weniger am Satz als an der Kundschaft. Wo Geschäftsreisende, Firmenkarten und Gäste aus Übersee zusammenkommen, also in Hotels, in der gehobenen Gastronomie, im Autohaus oder rund um Messen, wird nach diesen Karten gefragt. Wer ablehnt, verliert meistens nicht die Zahlung, sondern bekommt eine andere Karte gereicht. Manchmal verliert er aber den Bon, und in der Erinnerung der Kundschaft bleibt die Ablehnung hängen.

Rechne es an deinem eigenen Kartenmix nach: Wie viele Zahlungen betrifft es im Monat, welcher Umsatz hängt daran, wie groß ist der Unterschied im Entgelt? Diese Rechnung beantwortet die Frage. Der Vergleich zweier Prozentsätze allein tut es nicht, weil beide Sätze auf unterschiedliche Weise entstanden sind.

Was du dir merken solltest

Drei-Parteien-Systeme sind kein Sonderfall für Spezialisten, sondern eine andere Bauweise desselben Vorgangs. Sie erklärt den abweichenden Preis, die getrennte Abrechnung und den eigenen Ansprechpartner. Wenn du diese drei Punkte vor der Unterschrift klärst, ist die Karte im Betrieb unauffällig. Klärst du sie nicht, taucht sie später in der Buchhaltung wieder auf.

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