Zahlungsverkehr erklärt

Grundentgelte: der Teil des Preises neben dem Prozentsatz

Miete, Servicegebühr, Mobilfunk, Abrechnung: feste Posten laufen unabhängig vom Umsatz. Wie du sie vollständig erfasst und auf einen effektiven Satz umrechnest.

Euro banknotes, money & banking. CC0, über rawpixel.

Der Prozentsatz ist der Teil des Preises, über den geredet wird. Bezahlt wird auch der andere Teil: die festen Posten, die jeden Monat anfallen, ob du kassierst oder nicht.

Welche Posten neben dem Prozentsatz stehen können

Kein Anbieter hat alle diese Posten, und kaum ein Angebot listet sie an einer Stelle. Erfassen musst du sie trotzdem vollständig, sonst vergleichst du zwei halbe Preise.

  • Miete für das Terminal, je Gerät und Monat
  • Einmalige Bereitstellung oder Einrichtung bei Vertragsbeginn
  • Laufendes Entgelt für den Netzbetrieb oder den Service je Gerät
  • Mobilfunkkarte oder Datenverbindung bei mobilen Terminals
  • Entgelt je Zahlung als Centbetrag, zusätzlich zum Prozentsatz
  • Entgelt für die Abrechnung, den Kontoauszug oder das Händlerportal
  • Entgelte je Ereignis: Rückbelastung, Ersatzgerät, Vor-Ort-Einsatz, Ersatzkarte für den Mobilfunk
  • Verbrauchsmaterial, allen voran Belegrollen
  • Entgelte am Ende: Rückgabe, Rücksendung, nicht zurückgegebenes Zubehör

Feste Posten wirken anders als prozentuale

Ein Prozentsatz atmet mit deinem Geschäft. Läuft es schlecht, zahlst du weniger. Ein festes Monatsentgelt tut das nicht. Es läuft im Januar wie im Juli, im Betriebsurlaub, während einer Baustelle vor der Tür und im Krankheitsfall.

Deshalb verschiebt sich das Verhältnis der beiden Preisbestandteile mit deiner Betriebsgröße. Bei hohem Kartenumsatz fällt ein fester Posten kaum ins Gewicht, und der Prozentsatz entscheidet. Bei kleinem Kartenumsatz ist es genau umgekehrt: Dann kann ein Angebot mit dem niedrigsten Prozentsatz das teuerste von allen sein.

Rechne alles auf einen effektiven Satz um

Die einzige Zahl, die zwei Angebote wirklich vergleichbar macht, ist der effektive Satz. Nimm alle Kosten eines vollen Jahres zusammen, die festen und die variablen, und teile sie durch deinen Kartenumsatz desselben Jahres. Heraus kommt ein Prozentsatz, den du direkt neben den eines anderen Angebots legen kannst.

Rechne dabei mit deinen eigenen Werten, nicht mit den Beispielwerten aus einem Prospekt. Du brauchst dafür nur zwei Angaben aus deiner letzten Abrechnung: den Kartenumsatz und die Anzahl der Zahlungen.

Mehrere Geräte, mehrere Posten

Fast alle festen Posten hängen am einzelnen Gerät, nicht am Vertrag. Zwei Kassen, zwei Terminals, doppelte Grundkosten. Das trifft besonders Betriebe mit Terminals, die nur zeitweise laufen: das Gerät für den Biergarten, das für den Marktstand, das Ersatzgerät im Schrank.

Der Reflex, für jede Situation ein eigenes Terminal zu nehmen, ist teuer, wenn die Geräte außerhalb der Saison stehen. Die Gegenfrage lautet: Reicht ein mobiles Gerät, das mitwandert, oder braucht wirklich jeder Platz ein festes? Beides ist vertretbar, aber es ist eine Entscheidung mit Preisschild.

Miete oder Kauf

Bei Miete gibt es keine Anschaffung am Anfang, Tausch bei Defekt ist üblicherweise Teil der Sache, und Softwarestände sowie Zertifizierungen bleiben Aufgabe des Anbieters. Bei Kauf steht die Ausgabe vorn, dafür entfällt die Miete.

Der Punkt, den man beim Kauf leicht übersieht: Terminals sind zertifizierte Geräte. Sicherheitsfreigaben und Kartensystemvorgaben laufen aus, Verbindungsstandards werden abgeschaltet. Ein gekauftes Gerät kann funktionsfähig sein und trotzdem nicht mehr zugelassen. Wer kauft, sollte deshalb wissen, wer für Softwarepflege und Zertifizierung zuständig ist und was passiert, wenn ein Standard endet.

Die Posten, die man erst später sieht

Drei Dinge stehen selten im Angebot und regelmäßig im Vertrag. Erstens ein Mindestentgelt oder ein Mindestumsatz je Monat, das umsatzschwache Monate teuer macht. Zweitens eine Klausel, mit der Änderungen bei den Entgelten der Kartensysteme an dich weitergereicht werden. Drittens die Bedingungen am Ende: Kündigungsform, Rückgabe der Geräte, Zubehör, das mitzurücksenden ist.

Diese drei bestimmen, was der Vertrag im zweiten und dritten Jahr wert ist. Der Prozentsatz auf der ersten Seite bestimmt es nicht allein.

Wo wir aufhören

Welche Posten es gibt und wie du sie zu einem effektiven Satz zusammenrechnest, können wir dir zeigen. Ob eine Preisanpassungsklausel oder eine Regelung zur Mindestlaufzeit in deinem Vertrag wirksam ist, ist eine rechtliche Frage und gehört zu deiner Rechtsberatung. Wie du Miete und Kauf buchst und abschreibst, klärt deine Steuerberatung.

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