Rechtsformen

UG oder Einzelunternehmen: der erste Schritt

Nicht der Papierkram unterscheidet die beiden, sondern die Trennung von Person und Betrieb. Woran du erkennst, ob sie sich für dich lohnt.

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Am Anfang steht meistens diese Wahl: einfach loslegen oder gleich eine Gesellschaft gründen. Beides ist vertretbar, aber sie unterscheiden sich nicht in erster Linie durch den Aufwand. Sie unterscheiden sich darin, ob es neben dir eine zweite Rechtsperson gibt, die Verträge schließt, Geld besitzt und für Schulden geradesteht.

Das Einzelunternehmen: schnell, günstig, unmittelbar

Es entsteht mit der Gewerbeanmeldung, bei freien Berufen mit der Meldung beim Finanzamt. Kein Notar, kein Kapital, kein Register. Solange keine Buchführungspflicht besteht, genügt eine Einnahmenüberschussrechnung. Der Gewinn ist dein Einkommen und wird bei dir versteuert. Was auf dem Geschäftskonto liegt, gehört dir, du kannst es entnehmen, ohne dass ein Beschluss nötig wäre.

Der Preis ist die Haftung. Zwischen Betrieb und Privatvermögen gibt es keine Trennung. Eine Forderung aus dem Geschäft greift auf dein gesamtes Vermögen zu, und umgekehrt.

Die UG: eine zweite Person aus Papier

Die UG (haftungsbeschränkt) wird beim Notar gegründet, ins Handelsregister eingetragen und bekommt eine eigene Steuernummer. Sie schließt die Verträge, sie stellt die Rechnungen, sie schuldet die Steuern. Du bist Gesellschafter und meist auch Geschäftsführer, aber das sind zwei verschiedene Rollen mit verschiedenen Rechten.

Damit ändert sich der Alltag spürbar. Es gilt doppelte Buchführung mit Jahresabschluss und Offenlegung. Die Gesellschaft zahlt Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf ihren Gewinn, und was an dich ausgeschüttet wird, wird bei dir noch einmal erfasst. Arbeitest du in der Gesellschaft mit, brauchst du einen Anstellungsvertrag und ein angemessenes Gehalt. Geld einfach zu entnehmen, ist keine Option mehr, es wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung oder ein Darlehen mit eigenen Regeln.

Dazu kommt die Rücklage: Die UG muss 25 Prozent ihres Jahresüberschusses zurücklegen, bis Rücklage und Stammkapital zusammen die Höhe des GmbH-Stammkapitals erreichen. Dieses Geld bleibt gebunden.

Was die beschränkte Haftung nicht abdeckt

Der Schutz ist echt, aber er endet an mehreren bekannten Stellen, und die meisten davon entstehen im laufenden Betrieb:

  • Persönliche Bürgschaften für Kredit, Miete oder Leasing.
  • Nicht abgeführte Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge.
  • Ein zu spät gestellter Insolvenzantrag.
  • Eigenes schuldhaftes Handeln, das jemandem einen Schaden zufügt.
  • Geschäfte, die vor der Eintragung im Namen der Gesellschaft abgeschlossen werden.

Wer ein Berufsrisiko hat, das sich versichern lässt, sollte deshalb zuerst prüfen, ob eine Haftpflichtversicherung das Problem günstiger löst als eine Gesellschaft. Beides zusammen ist der Normalfall, nicht das eine statt des anderen.

Der Test: woran du dein Risiko erkennst

Diese Anzeichen sprechen dafür, dass die Trennung ihren Preis wert ist:

  • Du kaufst Ware auf Rechnung ein und hältst Lagerbestand.
  • Du beschäftigst Personal oder setzt Subunternehmer ein.
  • Du unterschreibst einen langfristigen Miet- oder Leasingvertrag.
  • Du arbeitest an fremdem Eigentum, in fremden Räumen oder an Anlagen, deren Ausfall teuer wird.
  • Du nimmst Anzahlungen entgegen oder verkaufst Gutscheine.
  • Du brauchst Fremdkapital für den Start.

Trifft davon nichts zu und du verkaufst im Wesentlichen deine Arbeitszeit, verschiebt eine UG vor allem Kosten und Formalitäten in deinen Alltag, ohne viel Risiko abzuräumen.

Später wechseln geht, kostet aber

Ein Einzelunternehmen lässt sich in eine Gesellschaft einbringen. Das ist steuerlich ein eigener Vorgang, bei dem stille Reserven eine Rolle spielen können, und organisatorisch ein Umzug: Bankverbindung, Miet-, Liefer- und Arbeitsverträge, Versicherungen, Lizenzen und auch die Verträge rund um die Kartenzahlung laufen auf den Vertragspartner, nicht auf die Person dahinter. Sie müssen auf die neue Gesellschaft umgestellt werden. Wer den Wechsel plant, sollte ihn auf einen sauberen Stichtag legen.

Wo wir aufhören

Welche Form für dich die richtige ist, hängt an deinem Risiko, deiner Gewinnerwartung und deiner privaten Steuersituation. Die Rechnung dazu gehört zur Steuerberatung, die Gestaltung von Vertrag und Haftung zur Rechtsberatung. Dieser Beitrag stellt die Kriterien zusammen, mehr nicht.

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